1/8 Herausfinden wer ich bin

Die Australierin Bronnie Ware hat über Jahre Sterbende bis zu ihrem letzten Atemzug begleitet und ihnen genau zugehört. Was diese Menschen kurz vor ihrem Tod beschäftigte, davon handelt ihr Buch.

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben und nicht das Leben, das andere von mir erwartet haben.“

Diese Worte, schreibt Bronnie Ware, habe sie am häufigsten von den Sterbenden gehört: „Sie bedauerten, sich bei der Gestaltung ihres Lebens nicht selbst treu gewesen zu sein.“

Die Erkenntnis, nicht sein eigenes Leben geführt zu haben, habe am Lebensende jeweils die größte Enttäuschung über das gelebte Leben und sich selbst ausgelöst.

Es war also nicht: ich wünschte ich hätte mehr Bungee-Jumps gemacht oder mehr Sex gehabt oder einen Ferrari gekauft.

Wenn man das überdenkt, wirkt „selbstbestimmt leben“ plötzlich nicht mehr wie ein Lifestyle-Thema, sondern wie eine sehr praktische Frage:

Wo lebe ich wirklich mein Leben – und wo lebe ich vor allem Erwartungen von anderen?

Und heute fragen wir uns genau das:

Wenn du willst, schaust du auf deine Lebensbereiche. Nicht theoretisch, sondern so, dass du am Ende weißt, wo es stimmig für dich ist und wo du dich selbst regelmäßig „übergehst“.

Mini-Übung 1: Das ist mir wichtig (3 Minuten)

Nimm dein Journal oder ein Blatt Papier.

Schreib spontan Lebensbereiche auf, die dir wichtig sind. Beispiele:
Familie, Beziehung, Freunde, Beruf, Gesundheit, Freizeit, Finanzen, Selbstfürsorge, Weiterentwicklung, Sinn, Spiritualität, Kreativität.
Oder etwas ganz anderes …

Dann wähle sechs Bereiche aus und notiere sie untereinander nach Relevanz.

Wichtig: Nicht „was sollte wichtig sein“, sondern: was es bei dir tatsächlich ist im Moment.

Mini-Übung 2: Energie und Zeit (5–7 Minuten)

Jetzt schaust du jeden der sechs Bereiche mit zwei Fragen an:

    1. Gibt mir dieser Bereich Energie?
    2. Wie ist es mit dem Zeitaufwand? Liegt das in einem guten Maß oder frisst dieser Bereich mehr, als er gefühlsmässig sollte?

Gib jedem Bereich Noten (Schulnoten):
1 = sehr gut, 6 = ungenügend.

Du hast danach also pro Bereich zwei Werte: Energie und Zeitaufwand.

Wenn du magst, schreib kurz daneben, warum du diese Note gegeben hast. Ein Satz reicht

Ein kleiner Hinweis:
Viele entdecken hier, dass ihr Kalender voll ist, aber ihr Leben nicht unbedingt. Das ist kein Drama. Das ist Information für dich zum jetzigen Zeitpunkt.

Mini-Übung 3: Klarheit finden (4 Minuten)

Schau auf deine Liste und markiere:

    • Einen Bereich, der dir Energie gibt und den du bewusst pflegen willst.
    • Einen Bereich, der Energie zieht oder zeitlich „ausufert“, und wo du etwas verändern willst.

Und dann notiere zu dem Veränderungsbereich drei konkrete Ideen, bodenständig und machbar.

Beispiele:

    • ein Termin im Kalender
    • eine klare Grenze (ein Nein)
    • eine kleine Routine
    • ein Gespräch, das du zu lange aufschiebst
    • eine Vereinbarung mit dir selbst, die nicht nach Strafe klingt

Reflexionsfrage

Wenn du dir nur einen Bereich aussuchen dürftest, der in den nächsten zwei Wochen stimmiger werden soll:
Welcher wäre das – und woran würdest du es merken?

Mit Klarheit
Harry

 

 

 

 

 

 


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