AIDA

Bild: meinbezirk.at

AIDA

Aida, Tochter des äthiopischen Königs, lebt als Sklavin am ägyptischen Hof. Sie ist unsterblich in Radames, den Sohn des Pharaos, verliebt. Als Ägypten von den Äthiopiern überfallen wird, um Aida zu befreien, wird Radames zum Heeresführer der Ägypter bestimmt. Soweit, so gut und die Dramaturgie der Verdi Oper lässt Opernherzen höherschlagen. Wie wird das Finale aussehen? Und wie entscheidet sich Aida, hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrer Heimat und zu Radames?

Im dritten Akt geht es um Täuschung und Sabotage. Wie im richtigen Leben. Von anderen sabotiert zu werden, ist schmerzhaft und enttäuschend. Sich selbst zu täuschen, sich zu sabotieren hingegen ist ein Leichtes. Da sind wir so gut, dass wir es kaum merken.

Von meinem Freund Connor Neil habe ich zum Thema «Sein Bestes geben» folgende Formel übernommen:

Leistung = Potenzial minus Selbstsabotage

Potenzial haben wir alle. Leistung steht auf einem anderen Blatt. Das meiste, was uns abhält, das Ergebnis zu erreichen, das uns vorschwebt, suchen wir ausserhalb von uns. Ich glaube jedoch, mehr Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit als die Aussenwelt, hat unsere Innenwelt. Uns selbst im Weg zu stehen ist das, was ich Selbstsabotage nenne.

4 destruktive Selbstsabotage-Verhalten:

A = Ablenkung

I = Impulsivität

D = Denkweise

A = Arroganz

Ich meine bei weitem nicht die psychologischen Ansätze und Freud’schen tiefgründigen Analysen. Ich meine jene Verhaltensweisen, die ich selbst aus meiner Vergangenheit kenne und mir wünsche, ich hätte sie wesentlich früher erkannt. Mir geht es auch nicht um die Momente, in denen man sich eine Stunde, eine Woche oder ein Jahr später fragt: «Warum habe ich das gemacht, oder nicht gemacht? Was waren meine Gedanken damals? Wie konnte ich mir dermassen im Weg stehen?»

Mir geht es um Verhaltensweisen, die sich, ohne dass wir es bewusst mitkriegen, bei uns einschleichen. Eliminiert man die vier destruktiven Verhalten, dann sieht die Welt ganz anders aus.

Ablenkung

Nicht alle Arbeit ist gleich. Cal Newport meint, jeder Wissensarbeiter (knowledge worker) hat es mit zwei verschiedenen Aufgaben zu tun: den seichten und den tiefen. Seicht sind E-Mails, Meetings und Informationsverteilung.

Das sind Tätigkeiten, die nicht wirklich Talent brauchen. Tiefe Arbeit bringt dich an die Grenzen deiner Fertigkeiten. Sie produzieren hochwertige Ergebnisse und verbessern deine Fähigkeiten. Menschen, die mit ihrer Arbeit nie fertig werden, bringen weniger zustande, als jene die jeden Tag um 17.30 Uhr die Löffel fallen lassen. Der Grund, dass sie Tag und Nacht und am Wochenende arbeiten, ist, weil sie ihr Leben mit zu vielen seichten Dingen vollgeladen haben. Sie reagieren fast nur noch, verteilen oder konsumieren Information und sind menschliche Kommunikations-Verteiler. Dies alles ist sehr zeitaufwendig und bringt wenig Wert.

E-Mails sind eine wundervolle Aufgabenliste der Prioritäten anderer Leute. Mit was beginnen die meisten Menschen ihren Tag? Mit den seichten Dingen, wie Facebook, Twitter und E-Mails – nur nichts verpassen?

Den Tag vielleicht mit etwas Wichtigem, mit der Überlegung beginnen, was sind heute die drei wichtigsten Dinge (MIT = Most Important Tasks) für mich, die ich erledigen werde, die mich weiter bringen? Vielleicht hilft auch die Pomodoro-Technik: Sie wurde von einem italienischen Doktoranden entwickelt, der darum kämpfte, seine Doktorarbeit zu beenden. Bei der Pomodoro-Technik geht es darum, Zeitfresser während einer Arbeitseinheit auszuschalten, damit ein bestimmtes Zeitintervall ungestört und konzentriert einer entsprechenden Arbeit gewidmet werden kann.

Impulsivität

Es gibt kaum jemanden, der nicht schon einmal beleidigt oder gekränkt worden ist. Niemand! Ob im Unternehmen am Arbeitsplatz, durch Vorgesetzte oder Kollegen, im privaten Umfeld von Bekannten, Familienmitgliedern, Partner oder Partnerin.

Wie sehr dich eine Kränkung, Beleidigung oder persönliche Anmache verletzt und foppt, hängt überwiegend davon ab, inwieweit du es zulässt.

Wenn uns, und offensichtlich hat diese Person ihren Führerschein durchs Telefon gemacht, jemand die Vorfahrt beim rechts vor links nimmt, dann ärgern wir uns über diesen Hornochsen und dessen Unfähigkeit. Wir sind gedankenlos. Tatsächlich versetzt es uns in Wut und Rage, weil wir die Dissonanz fühlen, dass wir in unserer Autonomie, unserem Recht auf der Hauptstrasse, nicht befriedigt und akzeptiert werden. So was? Im umgekehrten Fall, wir haben das Rechts vor Links, kann doch jedem Mal passieren, ungewollt übersehen. Der Idiot hupt, als ob er von allen Geistern verlassen ist.

Nein, unser Bedürfnis, dass wir Fehler machen dürfen, dass wir uns Wohlwollen von anderen wünschen, wurde nicht befriedigt oder wärst du nicht grosszügiger, wenn du erkennst, dass der Fahrer im gegnerischen Auto deine Tochter ist, die ihren Führerschein gerade letzte Woche erhalten hat?

Impulsivität bringt dich nicht weiter – und wenn dich der andere ärgert – heisst das nichts anderes, als dass du es zulässt – dann gibst du der anderen Person die Macht über deine Gefühle.

Denkweise

Das Selbstbild unter die Lupe nehmen. Wir haben einen “growth mindset” (Wachstumsdenken) zu jenem Lernstil und Themen, die uns interessieren und gefallen. Wer zum Beispiel Mathematik mag und analytisch an Dinge herangeht, glaubt, dass er seine Mathematikfähigkeiten verbessern kann. Er sieht Herausforderungen und Niederlagen als Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Sucht sich einen Mentor, Coach, mehr Information und Hilfe. Er ist neugierig und versucht, seinen Wissensstand zu erweitern. Mit einem „growth mindset“ entscheidet man sich und weiss, dass man besser werden kann, obwohl diese Zuversicht aktuell nur im Kopf besteht.

Bei einem „fixed mindset“ ist keine Glaube für Veränderung vorhanden. Man glaubt nur, was man sieht. Alles wird angezweifelt. Man ist (selbstbewusst) über-zuversichtlich und über-verteidigt sein kognitives Engagement – wie man sich sieht, um zu bestätigen, was alles nicht funktioniert oder unmöglich ist. Bei den Fähigkeiten und Aktionen (Herausforderungen), die uns nicht liegen, sind wir besonders für den „fixed mindset“ anfällig. Wenn man zum Beispiel nicht gerne schreibt, glaubt man eher, dass man kein guter Schreiber werden kann und dass es einfach Dinge gibt, in denen man nicht gut ist und sie auch nicht verbessern kann – und wenn man glaubt, dass man es nicht kann, dann kann man es auch nicht. Das klingt dann so: Das liegt an der DNA und ausserdem, auch keiner meiner Vorfahren konnte es …

Die Welt ist nicht schwarz-weiss, sie ist farbig. Nicht entweder-oder, sondern sowohl-als-auch. Gewöhne dir an «vielleicht ist das so» anstelle von «bestimmt ist das so» zu sagen. Alles eine Frage der Denkweise – offen und wachsend oder fixiert und damit limitierend.

Arroganz

Die sieht man oft nur bei den anderen. Wenn wir einen Menschen als arrogant empfinden, ist das unser persönlicher Eindruck. Eine arrogante Person verhält sich gegenüber anderen oft überheblich, besserwisserisch, herablassend und abwertend.

Die drei häufigsten Ursachen der Arroganz (zumindest bei den anderen) sind Selbstüberschätzung, mangelnde Sicherheit und Selbstschutz. Sich selbst überschätzen entsteht, wenn es an gesunder Selbstreflexion fehlt. Mit Arroganz wollen sich manche weniger angreifbar machen und andere auf Distanz halten.

Und wie reagieren wir, ab und zu, auf die Welt um uns? Wie oft glauben wir, dass uns etwas zusteht? Je erwachsener unser Ego wird, umso häufiger beginnt uns unser Hirn mitzuteilen, dass wir mehr verdienen. Wir bewerten uns und andere und Bescheidenheit bleibt auf der Strecke.

Die Arroganz, der Hochmut, entwickelt sich gerne, etwa nach erbrachten (besonderen) Leistungen und Eintreffen von Erfolg. Wie sagt der Volksmund? «Sein Erfolg ist ihm in den Kopf gestiegen.»

Hat jeder von uns einen Hang zum Hochmut?

Ja, natürlich kann es uns allen passieren, dass wir hochmütig sind. Das geht sehr schnell! Doch es gibt Menschen, die mehr dazu neigen, als andere. Hochmut erleben wir oft generell dort, wo der Respekt vor dem anderen nicht gewahrt ist. Also dort, wo man dem anderen nicht richtig zuhört und wo man sich emotional vom anderen entfernt. Besonders dann, wenn man sich im Recht glaubt:

Recht zu haben ist nur halb so schön, wenn kein anderer Unrecht hat.

Orson Welles oder Oscar Wilde

Das geht so weit, dass nur noch über Kommandos, Beschimpfungen, Vorwürfe oder mit Streit kommuniziert wird – oder die Kommunikation komplett verebbt.

Mein Bestes geben:

Wenn ich mir die Zeit nehme, ohne Ablenkung und konzentriert zu arbeiten und zu denken, werde ich dann nicht besser? Emotionen beobachten und weniger impulsiv sein, sowohl in meinem Verhalten, in meinen Be- und Verurteilungen, als auch in meinen Glaubenssätzen, öffnet die Tür zu mehr Wachstumsdenken. Und die Menschen um mich herum respektieren, so wie ich von ihnen respektiert werden will. Ohne Selbstsabotage mein Leben geniessen.

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