Am Anfang war das Ziel

Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausergreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.

Johann Wolfgang von Goethe

Ob ein Wunsch oder ein Traum eine Illusion ist, entscheidet das Handeln – und Handeln ist zielorientiert. Wenn Du planst, Deine wöchentlichen Aufgaben zu erledigen oder entscheidest, den neuen tollen Film nach der Arbeit anzusehen, dann ist das ein Ziel. Jegliche Planung, die Du für die Zukunft machst, unabhängig davon, was es ist, ist ein Ziel. Jede kleine Aufgabe im Alltag ist ein Ziel.

Diese Art von Ziele kennst Du und gehst mit ihnen tagtäglich um. Und dann gibt es jene Ziele, die Du bisher Träume oder Wünsche nennst. Das sind die „persönlichen Ziele“.

Persönliche Ziele geben dem Alltag Struktur und Bedeutung. In der Forschung gibt es verschiedene Ansätze, die sich mit dem Konstrukt „persönliche Ziele“ befasst haben. Mich spricht dabei Robert Emmons besonders an:

  1. Das Erreichen von persönlichen Zielen steht in positivem Zusammenhang mit dem Wohlbefinden und Glücklichsein einer Person.
  2. Problematische persönliche Ziele, die sich durch Konflikthaftigkeit und Ambivalenz auszeichnen, wirken sich negativ auf das Wohlbefinden einer Person aus.

Was ich recht häufig feststelle: Circa 10% meiner Kunden können spontan auf die Frage nach ihren Zielen antworten. Etwa ebenso häufig erkenne ich eine ausgeprägte „Allergie“ gegen Ziele und die überwältigende Mehrzahl hat ein diffuses Verhältnis zu Zielen.

Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen.

Mark Twain

Ich glaube, manche Menschen haben eine Abneigung gegen Ziele, weil sie sich eingeengt fühlen. Damit schränken sie sich selbst ein: Nur wer sich eigene Ziele setzt, führt ein selbstbestimmtes Leben. Eingeengt wird man in der Regel von den Zielen, die andere für einen setzen.

Ohne zu wissen, was ich wirklich will, werde ich Energie verschwenden. Dinge tun, um der Aktion willen, ohne damit etwas zu erreichen. Auf vieles
reagieren, anstatt zu agieren. Wenn ich von A nach B will, hilft es nicht, im Leerlauf das Gaspedal zu betätigen. Da kommt nur heisse Luft raus und wir bewegen uns nicht vorwärts. Sich Ziele setzen bedeutet, wissen wo man hin will, den Gang einlegen und sich auf seinen Weg machen.

Für viele Lebensbereiche gilt: Sich Ziele setzen ist der wesentliche Teil einer proaktiven Lebensgestaltung, ein Werkzeug, um ein sinnerfülltes und selbstbestimmtes Leben zu gestalten. Diese Freiheit hat jeder.

Ziele sind es, die Dich im Leben voran bringen. Sie wirken wie ein Katalysator für Deine Wünsche, Träume und Leidenschaften. Mach aus Deinem Traum ein Ziel und arbeite jeden Tag daran, in kleinen Schritten, sonst bleibt es ein Traum oder eine vage Vorstellung von etwas, von dem Du glaubst, dass Du es sowieso nicht erreichen kannst.

Für diese „persönlichen Ziele“ brauchst Du einen Plan – und Ausdauer! Das Plädoyer geht weiter:

⇒ Ziele helfen Dir, Dich auf das Wesentliche zu konzentrieren

Stell Dir vor, du hast Pfeil und Bogen, aber kein Ziel. Wo schiesst Du den Pfeil hin? In die Luft? Warum? Was hätte es für einen Zweck?

Auch Dein Leben kannst Du wie einen Pfeil betrachten, der nach vorne fliegt. Aber wohin? Nicht wissen wohin, dann ist jede Aktivität nahezu sinnlos und eine Verschwendung von Energie und Mühe. Egal, welches Potential Du hast, ohne Fokus sind Deine Talente und Fähigkeiten nutzlos.

Am Ende eines jeden Tages ist das Erreichen eines oder mehrerer Teilziele das, was Dich zufrieden macht und Dir ein gutes Gefühl gibt. Du kennst im Gegensatz das Gefühl, sich abends erschlagen zu fühlen und Dich zu fragen: „Was habe ich eigentlich heute den ganzen Tag gemacht?“ Sicher, Du warst den ganzen Tag beschäftigt und hast vieles erledigt, aber was hat es Dir gebracht? Wenn keine Deiner Aktionen Deinem Ziel diente, dann kommt Dir der Tag zwar anstrengend und gleichzeitig nutzlos vor.

Ziele geben Dir einen Orientierungssinn, der dem Verstand und dem Unterbewusstsein erlaubt, zielorientiert zu handeln. Damit werden jene wesentlichen Dinge, die Wert für Dich haben erledigt. Sie geben Deinem Leben eine Richtung und machen Dich zufrieden.

⇒ Mit Zielen misst Du Deinen Fortschritt

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Persönliche Ziele werden nicht über Nacht erreicht. Die meisten von uns haben grosse Träume, die unmöglich zu realisieren erscheinen. Man fühlt sich entmutigt, wenn man den scheinbar unüberwindbaren Berg vor sich sieht. Ziele machen aus diesem Berg viele, kleine begehbare Hügel. Wie bei der Tour de France: die richtige Zielsetzung verwandelt einen langen Weg in verdaubare, kleine Etappen – und das Erreichen einer Etappe setzt Energie frei und motiviert. Studien zeigen eindeutig, dass das Erreichen kleiner Meilensteine echte Motivation ist und grössere Zufriedenheit schafft.

⇒ Ziele helfen Dir, Hindernisse zu überwinden

Wenn Du Dir ein Ziel setzt, dann übernimmst Du die Verantwortung, diese Aufgabe anzupacken und auch zu beenden. Ziele neigen dazu, sich im Kopf festzuhaken, und wenn noch nicht erreicht, entsteht der Drang: „Ich will heute noch X tun.“

Das hilft, Ablenkungen und Bequemlichkeiten zu eliminieren. Zumindest bei kurzfristigen Zielen. Deshalb ist es so wichtig, langfristige Ziele in mehrere kurzfristige Ziele aufzuteilen. Es gibt Dinge, die jeden Tag erledigt werden können, um dann das langfristige Ziel zu erreichen.

⇒ Ziele unterstützen Deine Motivation

Dein innerer Schweinhund ist kein grosser Fan von Deinen Zielen. Und doch, alle Deine grossartigen Inspirationen, jene Dinge in Deinem Leben, die Dir wichtig sind, sind letztendlich Ziele.

Deine Wohnung oder Haus, in dem Du lebst.

Deine Arbeit, die Du täglich tust.

Dein Partner oder die Familie, mir der Du Dein Leben verbringst.

Deine Freizeitaktivitäten, die Dir helfen die Batterien aufzuladen.

Deine Finanzen, die Dir Deinen Lebensstil ermöglichen.

Deine Hobbies und Leidenschaften, die Dein Leben lebenswert machen.

All das sind oder waren Ziele, manche haben sich vielleicht eher zufällig in Dein Leben geschlichen, aber dass Du dabei geblieben ist, hat mit Deinen Zielen zu tun.

Ziele sind Werkzeuge um Energien freizusetzen.

⇒ Ziele helfen Dir, Dein Leben zu leben

Es sind nur drei wichtige Fragen im Leben, die Warren Rustand „Schlüsselmomente“ nennt:

Erkennen, warum ich hier bin.

Entscheiden, etwas dafür zu tun.

Tatsächlich anzufangen, etwas dafür zu tun.

Und Warren meint, der Moment #1 „Warum bin ich hier?“ taucht typischerweise beim Normalbürger etwa im Alter von 45 Jahren auf. Ausnahmen, wie der Zwölfjährige, der einen Tennisschläger in die Hand nimmt und weiss, warum er hier ist, gibt es – aber üblicherweise braucht es circa 45 Jahre, um Erfahrungen zu sammeln, die Welt zu sehen und um zu erkennen, was man denn eigentlich erreichen möchte.

„Entscheiden, etwas dafür zu tun“, so Warren, erwacht vollends mit 55 Jahren, also zehn Jahre später…

…und „anfangen, etwas dafür zu tun“, beginnt gewöhnlich nach dem ersten Herzinfarkt.

Jegliche Variante, die Du oder ich anwenden können, um diese drei Schlüsselmomente aneinander anzunähern, die Antwort auf die Frage, warum bin ich hier? früher zu beantworten, zu entscheiden, was zu tun ist, Ziele festzulegen und zu besiegeln, wofür die Lebens-Energie eingesetzt werden soll bevor man 55 Jahre alt ist und damit anzufangen lange vor dem Herzinfarkt oder einem anderen Wake-up-Call, macht Sinn, zumindest für mich.

Über sich reflektieren, herausfinden, was Du wirklich willst und entsprechende Ziele festlegen, ist meines Erachtens der einzige Weg, um ein sinnvolles, erfüllendes und selbstbestimmtes Leben zu leben. Achtsamkeit für sich selbst entsteht beim Ziele setzen von alleine.

Ist das Thema interessant für Dich? Dann kannst Du hier eine Checkliste: „Wie man Ziele setzt und sie erreicht“ herunterladen. Und Ziele sind letztendlich das, was uns mit Leidenschaft erfüllt. Und was genau sind Deine Leidenschaften? Ein Thema, das Paul Schwaller und ich im Rahmen eines eintägigen Workshops behandeln. Hier zu mehr Information.

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