Bauklötze staunen
Manchmal lehren uns die einfachsten Momente im Leben die tiefgründigsten Lektionen.
Ein dreijähriger Junge sitzt auf dem Teppich und baut einen Turm aus Bauklötzen. Als der Turm eine bestimmte Höhe erreicht hat, fällt er um.
Der Junge ist weder frustriert noch wütend. Stattdessen sagt er neugierig „mmhhm“, fasziniert von dem Vorgang.
Er wiederholt den Bau immer wieder, bis er merkt, dass sein eigener Ärmel den Turm umwirft.
Ein Leuchten breitet sich auf seinem Gesicht aus, als er die Zusammenhänge versteht – eine Erkenntnis, die ihn glücklich macht.
Als der Junge am nächsten Morgen bei McDonald’s mit seinem dicken Anorak-Ärmel den Cola-Becher umstößt, erinnert er sich an den Vorfall vom Vortag.
Er versteht sofort den Zusammenhang, denn er hat aus seinen Erfahrungen gelernt. Diese Erkenntnis lässt ihn wieder strahlen.
Die Bedeutung von Fehlern
Wächst ein Kind jedoch in einer Umgebung auf, in der es immer wieder gesagt bekommt „Pass auf!“, verliert es schnell seine Neugier und seinen Forschergeist.
Spätestens mit neun Jahren ist er dann „versaut“, weil er gelernt hat, dass man keine Fehler machen darf und sich zu rechtfertigen hat, wenn etwas schief geht.
Das führt dazu, dass er als Erwachsener viel Zeit und Energie damit verbringt, sich für seine Fehler zu rechtfertigen, anstatt aus ihnen zu lernen.
Der Junge mit den Bauklötzen lernte durch das Feedback – nämlich durch den Zusammenbruch.
Die Lektion für uns alle
Diese Geschichte lehrt uns, dass Fehler ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses sind.
Anstatt Fehler zu vermeiden, sollten wir sie als wertvolle Gelegenheiten zum Lernen und Wachsen betrachten.
Bewahren wir uns den kindlichen Forschergeist und sehen wir Fehler nicht als Versagen, sondern als Chance zur Verbesserung.
Wie fragst du?
Gib Dir selbst ein Feedback über den Monat, der heute zu Ende geht.
Reflexionsfragen für dich:
- Was hast du im letzten Monat erreicht?
- Welche kleinen und großen Siege kannst Du feiern?
- Was hat zu diesen Erfolgen beigetragen?
- Welche Fehler hast du gemacht und was hast du daraus gelernt?
- Gibt es Momente, in denen etwas nicht wie geplant lief?
- Wie hast du auf diese Situationen reagiert und was hast du daraus mitgenommen?
- Welche Herausforderungen hast du gemeistert?
- Welche Hindernisse hast du überwunden und wie hast du das geschafft?
- Welche Fähigkeiten oder Ressourcen hast du dabei genutzt?
- Wie hast du deine Zeit und Energie genutzt?
- Welche Aktivitäten haben dir Energie gegeben und welche haben dich erschöpft?
- Gibt es Gewohnheiten, die du ändern möchtest, um deine Zeit besser zu nutzen?
- Welche Beziehungen haben dich im letzten Monat unterstützt?
- Wer hat dich inspiriert oder dir geholfen?
- Wie kannst du diese Beziehungen weiter stärken?
- Welche neuen Erkenntnisse oder Einsichten hast du gewonnen?
- Gibt es etwas, das du über dich selbst oder die Welt gelernt hast?
- Wie kannst du dieses Wissen in Zukunft anwenden?
Nimm dir Zeit, über diese Fragen nachzudenken und schreib deine Gedanken auf. Dieser Reflexionsprozess hilft dir, Klarheit über deine Fortschritte und Lernmomente zu gewinnen und dich auf die kommende Zeit vorzubereiten.
Bewahre deine Neugier und Offenheit, und erinnere dich daran, dass jeder Fehler eine wertvolle Lektion sein kann.