Corona Gedanken

  1. März 2020 – Erde:

Es gibt aktuell fast nur noch ein Thema: Coronavirus und COVID19. Ich bin weder Arzt, noch verstehe ich etwas von Viren. Corona kenne ich als mexikanisches Bier und als Formbeschreibung für Zigarren. Nein, das Thema ist nicht wirklich für Spässe geeignet. So manches geht mir durch den Kopf und dann dachte ich, fang’ doch mal an, ein paar Gedanken zu Papier zu bringen. Alles was folgt sind meine Überlegungen, wohlgemerkt mit dem klaren Bewusstsein, dass ich nichts weiss – und davon viel.

Guten Tag, Mensch

Corona betrifft mich. Ich gehöre zur Risikogruppe und ich hatte schon das Vergnügen, unbedacht einer Kontaktperson[1] die Hand zur Begrüssung zu schütteln. Nun ja, das war natürlich zum Zeitpunkt des Händeschüttelns nicht bekannt. Das ist schon 6 Tage her und ich fühle mich blendend.

Workshops und Seminare, inklusive Stammtisch und so werden wohl bis auf weiteres ausfallen. Zum Glück arbeite ich zu 90% virtuell, sodass ich quasi schon an Home-Office gewöhnt bin. Ist für mich also nichts Neues.

Das Ego hat jetzt Pause

Die angeordneten Absagen von Sportereignissen, Konzerten und anderen Einschränkungen kann man als Bevormundung und als Einschränkung der individuellen Freiheit wahrnehmen. «Das kann ich ja wohl immer noch selbst entscheiden, wo ich hingehe und wo nicht.», beschwert sich das gekränkte Ego.

Das ist Einstellungssache. Für mich geht es hierbei weniger darum, angesteckt zu werden, als vielmehr darum, andere nicht zu infizieren. Ob du den Virus eingefangen hast, weisst du erst, wenn a) du krank wirst und b) dann getestet wirst. Ich weiss nicht, aber es kann ja sein, dass man den Virus weitergibt, ohne dass man selbst erkrankt.

Das Gute an der Krise

Ob schlechtes Gewissen oder Pflichtbewusstsein: Für manche Arbeitnehmer war bisher Krankheit kein Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Das hat sich geändert. Wer Anzeichen einer Erkältung spürt bleibt zuhause – und kuriert sich aus. Das ist gut so.

Man ist sich seiner Gesundheit wieder mehr bewusst. Die Hände werden öfter gewaschen und man darf wertschätzen, dass man gesund ist. Wir werden uns unserer Verletzlichkeit wieder mehr bewusst und lernen, was wirklich wichtig ist.

Begriffe, die längst vergessen waren, wie Vorsorge, Abhängigkeit oder nationale Autarkie haben wieder Konjunktur. Sie rufen in Erinnerung, wie verletzlich eine Gesellschaft ist, die auf funktionierende Lieferketten und Märkte angewiesen ist.

Es trifft nicht nur die Touristikbranche, Messebetreiber oder Airlines. Die gesamte Wirtschaft wird Schaden nehmen und damit wird es Leid geben. Das relativiert die Freude über den gesunkenen CO2-Ausstoss. Die positive Kehrseite: Braucht es wirklich so viele Reisen und Kongresse? Wir werden vieles aus der Krise lernen:

Was ist wichtig, was an Konsum verzichtbar? Die Krise zeigt, welche Schwachstellen unsere Systeme und Gesellschaften haben. Die Kompetenz der Krisenmanager, Entscheider und jedes Einzelnen steht auf dem Prüfstand. Die Epidemie weckt uns auf.

Wir werden sorgsamer auf Infektionswege und Abhängigkeiten achten. Notfallszenarien werden viel grundsätzlicher bedacht werden. Wobei die Wiederbelebung der Etikette (regelmässiges Händewaschen, Niesen in die Armbeuge) bereits ein Erfolg ist.

Die Zahl der Neuinfektionen geht in China drastisch zurück.

Viele Erkrankte sind wieder gesund.

Es wächst das Bewusstsein in vielen Ländern, dass nur gutes und offenes Miteinander, nur eine adäquate internationale Zusammenarbeit helfen wird, Krisen zu meistern. Jedes Virus kann mühelos jede Grenze überschreiten. Protektionismus und Nationalismus machen keinen Sinn. Wenn wir klug sind, lernen wir daraus langfristig – um die nächste Epidemie besser und schneller in den Griff zu bekommen. Oder den Klimawandel.

Wir schaffen das

Ist diese Überschrift eine Vorhersage oder ein Appell – oder beides? Nun, wir werden es schaffen, damit es, das ist die Coronavirus-Pandemie, nicht uns schafft.

Ich will die Situation nicht schönreden, die Lage ist ernst – aber mit Solidarität, Flexibilität, Respekt und klarem Geist wird auch diese Krise vorübergehen.

Ein paar Zahlen

Etwa 160.00 Menschen sind zurzeit bestätigt und 5.833 gestorben. Ich denke, dass es kaum möglich ist genaue Zahlen zu haben, aber als grobe Richtlinie genügen sie mir.

Jedes Jahr erkranken circa 200 Millionen Menschen an Malaria. Im Jahr 2017 starben rund 435.000, das sind circa 36.000 pro Monat. An den Folgen akuter Durchfallerkrankungen sterben weltweit, ebenfalls fast 500.000, das heisst, täglich 1.300 Kinder. Die meisten in Subsahara-Afrika und Südasien.

Besonnenheit statt Panik

Ein grippaler Infekt, eine gewöhnliche Erkältung, eine echte Grippe (an der sterben jährlich 250.000 bis 500.000) oder COVID19 einzufangen ist eine Gefahr, aber kein Grund zur Panik. Die Massnahmen, die jeder einzelne von uns ergreifen kann, sowie die Fakten über die Verhältnisse helfen, den übertriebenen Ängsten entgegenzuwirken.

Die beste Infektion ist jene, die man vermeidet. In diesem Sinne wünsche ich dir viel Gesundheit.

[1] Kontaktpersonen sind Personen mit einem Kontakt zu einem bestätigten Fall von COVID19.

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