Den Wert schätzen

Bild: Markus Spiske – unsplash

Wirklich zu leben ist das Kostbarste auf der Welt.
Die meisten Menschen existieren bloss, sonst nichts.

Oscar Wilde

Bei Mehrwert fällt einem sofort die MwSt. ein – die schafft aber kaum mehr Wert. Wie unseren Wert messen? Wenn wir unseren Wert, was für uns wertvoll ist, nicht messen, dann, so meine ich, bleiben wir stehen.

Der Wert eines Unternehmens ist leicht zu messen: Umsatz, Gewinn, Kosten, Anzahl Mitarbeiter etc. Aber wie messen wir unser Leben? Wie jeden Tag am Morgen aufwachen, glücklich und happy zu sein über das, was vor einem liegt? Dazu braucht es eine Strategie. In der Geschäftswelt relativ einfach, ein Ergebnis von verschieden Einflussfaktoren: Was sind die Prioritäten der Unternehmung, wie reagiert sie auf Opportunitäten und Herausforderungen und wie handhabt sie ihre wesentlichen und wertvollen Ressourcen?

„Was will ich?“ und „wie erreiche ich es?“ sind die Kapitel-Überschriften für diese Strategie und damit nicht wesentlich anders als jene von Unternehmen. Da gibt es gute, mittelmässige und solche, die Bankrott gehen. Wir hingegen haben Intentionen für unsere Karriere und unser Leben. Dabei stossen wir auf Opportunitäten, Herausforderungen und Gefahren, die wir nicht unbedingt erwarten. Und wie wir unsere Ressourcen – unsere Zeit, unser Talent und unsere Energie – einsetzen, bestimmt die tatsächliche Strategie für unser Leben. Da sind wir unser eigener CEO.

Das beginnt mit den Fragen: „Was ist das Wichtigste für mich?“ „Was motiviert mich?“ Diese Fragen führen zu einem Plan, denn oft lässt sich erkennen, zwischen dem, was ich will und der Realität gibt es eine Lücke, gibt es also noch einiges zu tun. Dann kommt der Teil, an dem sich die Geister scheiden. Der Plan muss umgesetzt werden. Ohne Umsetzung bleibt er ein Traum.

Es ist kaum möglich, eine inhaltsvolle Konversation über Glücklichsein zu führen, ohne zu verstehen, warum wir was tun. Wahrscheinlich gibt es auch keinen universellen Ansatz, will sich jeder doch selbst so managen, wie es ihm gefällt.

Und doch, setzt man sich mit Biographien und grossen Denkern auseinander, dann findet man heraus, dass viele dieser „Lebens-Meister“ sich in ihrem Leben auf drei Faktoren fokussieren:

Energie

Arbeit

⇒ Beziehungen

In meiner Welt, so denke ich, sind diese drei Kategorien ineinander verwoben. Wenn ich voller Energie (Feuer) bin, dann bin ich in guter Stimmung und wenn in guter Stimmung, dann bin ich produktiver und kreativer. Und wenn ich bessere
Arbeit liefere, bin ich mit meinem Leben zufrieden(er) und kann mehr zu den Menschen um mich herum beitragen – und das nährt und verbessert meine Beziehungen.

Clayton M. Christensen, ein Harvard-Professor, schreibt in seinem Buch „How Will You Measure Your Life“:

“Der an sich wichtigste Faktor in unserem langfristigen Glücklichsein sind unsere Beziehungen, die wir mit Freunden und Familie haben.“

Hier zählt Qualität vor Quantität. Gute, wahrhaftige Beziehungen bedingen Aufwand und brauchen Zeit, um zu gedeihen. Sie sind zudem nicht an Konditionen gebunden. Viele Beziehungen sind jedoch leider seicht und fliessen an der Oberfläche dahin. Wir mögen jemanden, als Beispiel, nur so lange, bis er/sie Betrachtungsweisen oder Gewicht dramatisch ändert – oder wir laden nur jene zum Geburtstag ein, die sich regelmässig melden oder sich mit uns zum Bier treffen.

Diese konditionellen Beziehungen sind an sich wertlos. Wirkliche Freundschaft und Liebe ist wesentlich stärker: Man unterstützt die Menschen, die man mag und liebt, unabhängig von deren Macken, von denen auch jeder von uns die eine oder andere hat. Das bereichert das Leben.

Energie messen

Energie messen ist ziemlich einfach. Man stellt einfach fest, wie ‚energetisiert‘ man sich fühlt. Wesentlich wichtiger erscheint mir die Frage:

„Welche kleine Sache kann ich heute unternehmen, die einen signifikanten Einfluss auf meinen Energie-Haushalt hat?“

Zwei Beispiele, die höchstwahrscheinlich universell sind:

Sich jeden Tag bewegen – Gewichte heben, in die Gym gehen, Seilspringen oder zumindest an den Tagen ohne Sport eine halbe Stunde „Walken“.

Gesund essen – Es benötigt kaum eine spezielle Diät. Wenn ich von mir spreche: Ich esse Fleisch, Fisch, Pasta, Gemüse, Brot und Risotto. Ich mag meine Mars- und Snickers-Riegel, aber nur in Massen und kontrolliere meinen Kohlehydratkonsum – und esse nur, wenn ich Hunger habe. Ich glaube, die meisten Übergewichtigen essen eventuell zu viel. Hat häufig mit Dopamin und weniger mit Serotonin zu tun.

Beides, Bewegung und gesund Essen helfen, den Energiehaushalt zu unterstützen. Das ist keine Raketenwissenschaft.

Arbeit messen

Arbeit messen und bewerten kann man natürlich mit dem Bankkonto, den Häusern, der Yacht etc. Christensen formuliert es zudem ziemlich treffend für mich:

„Wirklich glücklich zu sein, bedingt ein nicht endendes Ausschauhalten nach Gelegenheiten, die deiner Meinung nach sinnhaft und aussagekräftig sind, in denen du etwas Neues lernst, etwas gelingt und du mehr Verantwortung übernimmst.“

Karriere und Erfolg ist demnach im Leben ist direkt proportional zu dem, was man gelernt hat und inwieweit man täglich Neues dazulernt. Lernen hört nie auf. Je mehr man lernt, umso erfolgreicher wird man. OK, hier gibt es Einschränkungen – aber im Prinzip – jegliche persönliche Entwicklung hat mit Lernen zu tun. Je mehr man lernt, je mehr Erfahrung man sammelt, umso mehr kann man in der Firma, mit den Kollegen, den Kunden, den Freunden und der Familie beitragen.

Beziehungen messen

Wie andere mit uns umgehen, ist deren Sache – wie wir reagieren, ist unsere. Beim Beziehungsmessen geht es nur um uns selbst. Häufig machen wir in diesem Zusammenhang jedoch den Fehler und fragen: „Was machen die anderen für uns?“

Beziehungen bedingen Aufwand. Es zeigt sich, dass wenn man sich Zeit für Menschen nimmt, die einem wichtig sind, sich die Qualität der Beziehung besser und gemeinsam entwickelt. Wenn nicht, dann soll diese Beziehung vielleicht nicht sein. Dann gilt es weiterzugehen. Nicht, dass man die Verantwortung für das Glücklichsein des anderen übernehmen kann, aber man kann Wege finden, die Bedürfnisse des Gegenübers in Einklang mit seinen eigenen Bedürfnissen zu bringen – und dann gemeinsam zu zelebrieren.

Mitnehmen:

Man ist es sich wert, die Lektion zu verinnerlichen: Der Wert meines Lebens für mich kann nur gemessen werden, wenn ich mich auf jene Dinge fokussiere, die meiner Kontrolle unterliegen.

Unsere Energie, unser Engagement im Leben und unser Investment in Beziehungen unterliegen alleinig unserer Kontrolle und wir sind damit unseres eigenen Glückes Schmied. Wir verdienen es, ein gutes und erfülltes Leben zu leben. Hand aufs Herz: Wenn Sie Ihr Leben aktuell nicht geniessen, nicht jeden Morgen energiegeladen aus dem Bett springen und enthusiastisch mit einem Hauch von Begeisterung Ihr Leben kreieren, dann sollten Sie, so nehme ich an, ein paar Dinge ändern.

Betrachten Sie Ihr Leben. Bewerten Sie Ihr Leben und spüren Sie nach, wie Sie sich fühlen. Alles, was es dann zu tun gibt, ist – vielleicht –, es zu verbessern. Legen Sie die Messlatte ruhig hoch an.

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