Der Dark Faktor

Bild: https://futurism.media/

Ob du Fan der TV-Serie Dark bist oder nicht, spielt keine Rolle. Es ist die erste Netflix Serie, die in Deutschland entwickelt, produziert und gefilmt wurde. Die Serie ist ein kunterbunt gefüllt mit Familiendramen, Egoisten, Machiavellisten, Narzissten, Psychopathen und Sadisten. So wie halt im richtigen Leben…

Manchen Menschen möchte man lieber nicht begegnen. Zum Beispiel  Egoisten, Machiavellisten und oben genannte Konsorten. Bosheit ist ein Sammelbegriff für viele unschöne, negative Eigenschaften. Es sind Verhalten, die unter ethischen, moralischen und sozialen Gesichtspunkten verurteilt werden, weil sie rücksichtslos, selbstsüchtig, skrupellos und bösartig sind.

Psychologen haben die dunkle Seite, mit all ihren Facetten, des Menschen genauer untersucht. Es gelang ihnen, viele der problematischen Persönlichkeitseigenschaften auf wenige grundlegende Prinzipien zurückzuführen (idw – Informationsdienst Wissenschaft):

Den „dark factor“ (D-Faktor) der Persönlichkeit. „Kernbestandteil dieses dunklen Faktors der Persönlichkeit ist ein übertriebener Egoismus, der negative Auswirkungen auf andere oder die Gesellschaft im Allgemeinen hat. Dieser wird begleitet von Überzeugungen, die Schuldgefühle, Gewissensbisse und moralische Skrupel verhindern“, erklärt Professor Morten Moshagen. Der Leiter der Abteilung psychologische Forschungsmethoden an der Universität Ulm hat die Studie gemeinsam mit Professor Benjamin Hilbig von der Universität Koblenz-Landau und Professor Ingo Zettler von der Universität Kopenhagen durchgeführt. Explizit sprechen die Wissenschaftler beim D-Faktor von einer extremen Form der individuellen Nutzenmaximierung, die sprichwörtlich über Leichen geht; also einen Schaden für andere bereitwillig in Kauf nimmt oder sogar absichtlich herbeiführt. Begleitet wird diese Tendenz von der Neigung, das eigene Verhalten vor sich selbst und anderen zu rechtfertigen.

Für die vierteilige Untersuchung wurden insgesamt mehr als 2500 Personen befragt. Die Forscher haben dabei die Studienteilnehmer mit einem umfangreichen Fragenkatalog konfrontiert, um besondere Persönlichkeitszüge strukturiert erfassen zu können. Außerdem wurden Verhaltensexperimente durchgeführt wie das so genannte Diktator-Spiel, bei dem die Teilnehmer Geld an sich selbst und unbekannte Mitspieler verteilen können. Die Ergebnisse dieses Spiels gelten als Mass für egoistisches beziehungsweise altruistisches Verhalten. In einem weiteren Verteilungsexperiment hatten die Probanden zudem die Gelegenheit, durch aktives Lügen zusätzlichen Profit zu machen. Der wissenschaftliche Sinn dieses Spiels: problematische Verhaltensweisen wie Unehrlichkeit zu erfassen.

9 Eigenschaften

Im Mittelpunkt der Studie standen neun Persönlichkeitseigenschaften:

Egoismus: Die vornehmliche Beschäftigung (auf Kosten anderer) mit den eigenen Wünschen und Zielen.

Gehässigkeit: Der Wunsch, anderen zu schaden, selbst auf die Gefahr hin, selbst Schaden zu nehmen (Vorstufe zum Sadismus)

Narzissmus: Übergrosse Selbstsucht.

Moralische Enthemmtheit: Die Überzeugung, dass bestimmte Regeln nicht für einen selbst gelten.

Machiavellismus: Die Bereitschaft, andere, ohne Moral und Ethik, zu manipulieren, um nur eigene Ziele zu erreichen.

Anspruchsdenken: Der Glaube, dass einem mehr zusteht als anderen.

Psychopathie: Ausgesprochene Gefühlskälte und antisoziales Verhalten.

Selbstbezogenheit: Extremes auf die eigene Person ausgerichtetes Streben nach Status, Macht und Anerkennung.

Sadismus: Die Lust am Leiden anderer und/oder sie zu dominieren.

Die Studie zeigte, dass sich alle neun Eigenschaften auf den D-Faktor als dunklen Persönlichkeitskern zurückführen lassen. Die Definition für den D-Faktor:

Die allgemeine Tendenz zur Maximierung des eigenen Nutzens – das Ignorieren, Akzeptieren oder die böswillige Unterdrückung anderer – wird begleitet von Überzeugungen, die als Rechtfertigung dienen.

Mit anderen Worten, der D-Faktor beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der jemand seine eigenen Ziele rücksichtslos verfolgt, ganz gleich, welchen Schaden andere dabei nehmen. Gleichzeitig helfen ihm oder ihr die eigenen Überzeugungen dabei, dieses Verhalten vor sich selbst zu rechtfertigen.

Die obigen neun dunklen Eigenschaften, so die Forscher, treten leider nicht isoliert auf, sondern sind miteinander verwandt. Hat jemand einer dieser Eigenschaften, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die anderen negativen Eigenschaften vorhanden sind. Übersteigender Egoismus ist der Beginn und die Wurzel des „Bösen“.

„Zugespitzt formuliert könnte man sagen, dass wenn ein Chef genüsslich seine Mitarbeiter herunterputzt, die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er auch seine Geschäftspartner ausnutzt, Steuern hinterzieht oder seine Frau betrügt“, erklärt Morten Moshagen, der Psychologe der Universität Ulm.

Alles in allem recht unerfreuliche Nachrichten. Wie kannst du dich vor solchen Personen schützen? Wie mit solchen Menschen umgehen? Am besten, gar nicht und aus dem Weg gehen. Das ist leider nicht einfach und bedingt eine gehörige Lebenserfahrung. Denn, Psychopathen können sich gut verstellen.

Erst wenn du hinter das Lügengebilde und die charmanten Schmeicheleien blickst und an der Oberfläche kratzt, wird sich das wahre Ich zeigen. Gerade wenn es darum geht, vom Gegenüber die Hilfe einzufordern, die du selbst oft gewährt hast. Daher haben sich im Umgang mit fremden Personen eine gesunde Skepsis und ein nicht allzu vorbehaltloses Vertrauen bewährt.

Du kannst auch auf dein Gefühl achten. Oftmals erkennst du „böse“ Menschen daran, wie du dich nach dem Kontakt fühlst. Wenn du dich schlechter fühlst als vorher, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du es mit einem Egoisten zu tun hast.

Es ist eine grosse Zahl der Menschen so,
dass sie zuerst ihrer selbst gedenkt.

Adalbert Stifter

Willst du wissen, wie viel D-Faktor in dir steckt, dann kannst du das direkt überprüfen. Die Universitäten stellen den Online-Fragebogen nebst Auswertung kostenlos zur Verfügung.

Den Selbsttest (anonym) findest du hier.

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1 Kommentar zu „Der Dark Faktor“

  1. Lieber Harry – Ich habe soeben mit der langen Version meinen D Faktor ermittelt und mir anschließend überlegt:
    Wie würde ein B Faktor Test aussehen ( B wie Bright or Brilliant or … ) ?
    Beste Grüsse und einen tollen Start in Deine „Kommunikations-Woche“ wünscht Dir
    Paul

    PS: Ich erlaube mir nun H-Zeit: Harmonica-Time, to test Harry’s gift: Thanks a lot 🙂

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