Doritos & Co
Es gibt gute Bücher, keine Frage, und es gibt Schrott.
Cal Newport hat einige lesenswerte Bücher geschrieben und mich heute in seinem Newsletter auf seine Art an Wesentliches erinnert.
Hier meine deutsche Zusammenfassung seines Newsletters:
„Als ich letzten Monat in London war, fiel mir die Werbekampagne für Chris van Tullekens Bestseller „Ultra-Processed People“ auf. In dem Buch geht es um ultra-verarbeitete Lebensmittel, die aus Grundzutaten wie Mais und Soja zu schmackhaften Kombinationen aus Salz, Zucker und Fett verarbeitet werden.
Van Tulleken erklärt, dass ultra-verarbeitete Lebensmittel so konzipiert sind, dass sie unseren Appetit anregen und unwiderstehlich sind.
Das führt dazu, dass wir mehr Kalorien zu uns nehmen als nötig. Ein klassisches Beispiel:
Gib mir eine Tüte Doritos und ich kann nicht aufhören, bis sie leer ist.
Medien als Nahrungsmittel: eine hilfreiche Analogie
Vergleichen wir Medieninhalte mit Lebensmitteln: Bücher und Artikel sind wie minimal verarbeitete, naturbelassene Lebensmittel.
Der Konsum von Texten macht uns in der Regel besser, und nur selten hört man Bedenken, dass wir zu viel lesen.
Lesen schadet der Dummheit.
Die elektronischen Massenmedien des zwanzigsten Jahrhunderts – Radio und Fernsehen – sind vergleichbar mit mäßig verarbeiteten Lebensmitteln wie Weißbrot und Dosensuppen.
Diese neuen Massenmedien waren leichter zu konsumieren und oberflächlich betrachtet schmackhafter, was zum ersten Mal zu einem exzessiven Nachrichtenkonsum führte.
Neue Medienformen, die Ende der 1990er Jahre mit dem Internet aufkamen, wie Podcasts, Newsletter und Blogbeiträge, können ebenfalls als mäßig konsumiert bezeichnet werden.
Dieser Newsletter möchte eine Ausnahme bilden.
Auch hier kann der Inhalt wertvoll sein, aber die leichte Verfügbarkeit erfordert Wachsamkeit.
Stark verarbeitete Lebensmittel haben unsere Ernährung im zwanzigsten Jahrhundert zunehmend dominiert.
Die offensichtliche Analogie sind die digitalen Informationen, die in den 2010er Jahren von Social-Media-Plattformen angeboten werden.
Diese Plattformen nutzen nutzergenerierte Inhalte und Empfehlungsalgorithmen, um unwiderstehliche Kombinationen zu schaffen.
Ein gesünderer Umgang mit digitalen Inhalten
Diese Analogie ist nützlich, weil sie uns hilft, besser zu verstehen, wie wir auf Medien reagieren sollten.
Bei der Ernährung entscheiden wir uns oft aus gesundheitlichen Gründen dafür, stark verarbeitete Lebensmittel zu meiden.
Diese Entscheidung gilt als vernünftig und gesund.
Ähnlich sollten wir über ultra-verarbeitete Inhalte denken.
Der Verzicht auf diese Medien zugunsten weniger verarbeiteter Alternativen sollte als Schritt zu einem gesünderen Umgang mit Informationen gesehen werden.
Empörte Tweets, inspirierende Instagram-Posts und aggressive TikToks sollten nicht als unvermeidliche Bestandteile der Medienlandschaft des 21 betrachtet werden.
Stattdessen sind sie digitale Oreos; lecker, aber etwas, das wir leicht beiseiteschieben können, indem wir sagen:
„Ich konsumiere dieses Zeug nicht.“
Takeaway:
Wie wäre es mal mit einer News/Social-Media Fastenwoche?
Nach einer Woche der Abstinenz von LinkedIn, Facebook und Co. erkennt man deutlicher den ichbesoffenen Schwachsinn, der da verbreitet wird.
A subreddit for insufferable LinkedIn content
Kunden, die sich darauf einließen, berichteten von einem deutlich besseren Wohlbefinden und fanden mehr Raum für sich selbst.
Kurz: Sie genossen es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.