Kopfkino
Man sitzt im Kino, schaut auf die Leinwand und denkt:
„Um Himmels willen, geh NICHT in diesen dunklen Keller!“ oder „Ruf ihn NICHT zurück, er ist es nicht wert!“.
Warum zum Teufel sind wir so brillante Regisseure, wenn es um die Lebensgeschichten anderer geht – und so miserabel, wenn es um unser eigenes Drehbuch geht?
Wenn das Leben zur Sackgasse wird
Manchmal stecken wir fest.
Richtig fest.
Wie in Superkleber getaucht und dann in Zement getreten.
Die schmerzhafte Trennung liegt hinter dir
– aber was kommt jetzt?
Neue*r Partner*in?
Single bleiben?
Oder – oh weh – dem Ex noch eine Chance geben?
Der Chef behandelt dich wie einen Fußabtreter mit Gehalt
Konfrontieren?
Schweigen?
Oder den Schreibtisch räumen und die Tür von außen zuschlagen?
An solchen Weggabelungen des Lebens helfen die üblichen Ratgeber oft nicht weiter.
Doch es gibt einen Trick, der so einfach wie genial ist.
Der Montagmorgen-Gedanke für diese Woche:
Wenn dein Leben ein Film wäre und du die Hauptfigur – was würde das Publikum jetzt von dir erwarten?
Warum dieser Trick funktioniert (auch wenn er albern klingt).
Unser Gehirn ist ein Meister der Selbsttäuschung.
Es verstrickt sich in Ängste, zweifelt an unseren Fähigkeiten und hält uns in Komfortzonen fest, die längst zu Gefängnissen geworden sind.
Aber die Struktur des Films?
Die kennen wir seit unserer Kindheit.
Sie ist tief in uns verankert und umgeht elegant unsere gewohnten Denkfallen:
1. Im Kino sind wir immer auf der Seite des Helden
Wir feuern ihn an, wollen, dass er gewinnt, sich befreit, sein Glück findet.
Wir stehen voll und ganz hinter ihm – viel mehr als wir oft hinter uns selbst stehen.
2. Im Kino hassen wir sinnlose Umwege
„Nein, nein, NEIN! Tu das nicht!“
– Wie oft hast du das schon einer Filmfigur zugeflüstert?
Wir erkennen sofort, wenn jemand dabei ist, einen vermeidbaren Fehler zu machen.
3. Im Kino wollen wir Action
Niemand zahlt Eintritt, um zwei Stunden lang jemandem beim Grübeln zuzusehen.
Wir erwarten Action, Entscheidungen, Fortschritt – nicht endloses Zaudern.
Kleine Übung für heute Morgen:
Nimm dir 3 Minuten (ja, stell die Uhr!) und beantworte diese Frage schriftlich:
Wenn mein aktuelles Dilemma eine Filmszene wäre, was würde mir das Publikum zurufen?
Sei ehrlich.
Oft wissen wir ganz genau, was zu tun ist. Wir haben nur nicht den Mut, es uns einzugestehen.
Der Perspektivenwechsel, der alles verändert
Plötzlich erscheinen manche Optionen sonnenklar:
Natürlich würde das Publikum nicht wollen, dass du zu deinem Ex zurückkehrst!
Sie haben die Tränen gesehen, die demütigenden Szenen, den unwürdigen Abschied.
Natürlich würden sie aufspringen und jubeln, wenn du endlich deinem Chef die Stirn bietest oder deinen Wert erkennst und dir einen besseren Job suchst!
Deine Filmfragen für die Woche
Trage diese Fragen bei dir und benutze sie, wann immer du vor einer schwierigen Entscheidung stehst:
* Wenn mein Liebesleben ein Film wäre, was würde als nächstes passieren?
* Wenn meine Karriere ein Film wäre, welche Wendung würde das Publikum als Nächstes erwarten?
* Wenn meine Gesundheit ein Film wäre, welchen Rat würde mir das Publikum geben?
Die Wahrheit
Es ist fast beängstigend zu erkennen:
Die meisten Antworten, die wir suchen, sind schon in uns.
Sie sind nur unter Schichten von Selbstzweifeln, Ängsten und alten Glaubenssätzen begraben.
Wir wissen längst, was zu tun ist.
Wir waren nur noch nicht mutig genug, uns als würdige Protagonisten unserer eigenen Geschichte zu begreifen.
Und genau das ändert sich – JETZT.
Mach dich bereit für die nächste spannende Szene in deinem Lebensfilm.
Das Publikum wird dir zujubeln.
PS: Was wäre die eine mutige, „filmreife“ Sache, die du diese Woche tun könntest?
Manchmal braucht es nur eine kleine, aber bedeutsame Handlung, um das ganze Drehbuch zu ändern …