Man wird sehen

Unsere Informationsquellen Fernseher, Radio, Internet und die sozialen Medien bieten kontinuierliche Aktualisierungen über die sich entwickelnde Krise – einige davon präzise, andere scheinbar weniger präzise.

Tatsache ist, wir sind mittendrin. Gestern reflektierte ich über das Chaos der letzten zwei Wochen: «Was ist die Botschaft, was gilt es mitzunehmen und was kann ich daraus lernen?»

Zwei meiner Lieblingssprüche sind, «Wir wissen wenig und davon viel.» und «Die Welt funktioniert auf mysteriöse Weise – meistens zu unseren Gunsten.» Dieser zweite Spruch ist nicht von mir, aber wer immer ihn zuerst aussprach, hat meinen Dank – und dann fiel mir die Zen-Geschichte wieder ein:

Ein Bauer hatte ein Pferd, aber eines Tages lief es fort und der Bauer und sein Sohn mussten ihre Felder selbst pflügen.

Die Nachbarn sagten: «Was für ein Pech, dass euer Pferd weggelaufen ist! Aber der Bauer antwortete: «Man wird sehen.»

Eine Woche später kam das Pferd zum Bauernhof zurück und brachte eine ganze Herde wilder Pferde mit. «So viel Glück!» riefen die Nachbarn, aber der Bauer sagte nur: «Man wird sehen.»

Kurz danach versuchte der Sohn des Bauern, die wilden Pferde einzureiten – aber er wurde abgeworfen und brach sich ein Bein. «Oh, so ein Pech!» Die Nachbarn hatten Mitleid, aber der Bauer sagte wieder: «Man wird sehen.»

Ein paar Tage später zog der Landesherrscher alle jungen Männer in sein Heer ein, um in die Schlacht zu ziehen. Aber den Sohn des Bauern liessen sie wegen seines gebrochenen Beins zu Hause. «Was für ein Glück, dass dein Sohn nicht in die Schlacht ziehen muss!» freuten sich die Nachbarn. Aber der Bauer bemerkte nur: «Man wird sehen.»

Unsicherheit

Es ist leicht, in der alles verzehrenden Stimmung der Worst-Case-Szenarien stecken zu bleiben. Wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt. Wir haben keinerlei Ahnung, wie sich die Welt entwickeln wird.

Das ist nichts Neues – wir sind uns nur dessen nicht so bewusst gewesen. Vieles haben wir als selbstverständlich angenommen. Tief betrachtet gibt es nur zwei Sicherheiten: 1., dass wir sterben und 2., dass wir nicht wissen wann.

Wir wissen weder, ob wir morgen früh aufwachen, ob wir ohne Unfall durch den Tag kommen oder ob unser Partner uns verlässt.

Was wir haben, ist die Wahl wie wir damit umgehen. Wir können akzeptieren und bewusst mit der Unsicherheit leben – und können damit vieles besser wertschätzen – oder wir machen uns verrückt. Vielleicht sind wir uns aktuell bewusster, dass wen es gut für uns läuft, dies keine Selbstverständlichkeit ist.

Kriseninformatik ist die Untersuchung des Informationsflusses bei Krisenereignissen, insbesondere des Informationsflusses in sogenannten «technologievermittelten» Umgebungen wie dem Internet und den sozialen Medien. Es ist auch die Untersuchung des menschlichen Verhaltens – mit anderen Worten, wie Menschen auf Krisenereignisse reagieren. Sie baut auf früheren Forschungen der Soziologie für Katastrophen auf, die bis in die 1960er Jahre zurückreichen. Und sie integriert Erkenntnisse aus der Psychologie der Gerüchte, ein weiteres Feld mit einer langen Geschichte.

Krisenereignisse wie Naturkatastrophen, Industrieunfälle, Terroranschläge und aufkommende Pandemien sind oft Zeiten grosser Unsicherheit – darüber, was geschieht und was wir dagegen tun sollten. In diesen Fällen gibt es oft Informationslücken – über Dinge und Sachverhalte, die wir einfach noch nicht kennen. Und die Fakten der Situation sind dynamisch. Mit anderen Worten, sie ändern sich, wenn neue Informationen uns zwingen, unser Verständnis dessen, was vor sich geht, zu aktualisieren.

Historisch gesehen war die größte Herausforderung für Gemeinschaften, die ein Krisenereignis erlebten, oft ein Mangel an Informationen, insbesondere aus offiziellen Quellen. In dieser Lücke teilten die Menschen Informationen mit ihren Familien, Freunden und Nachbarn, um zu versuchen, die besten Entscheidungen zu treffen. Aktuell besteht das Problem nicht in einem Mangel an Informationen, sondern in einem Überfluss an Informationen und in der Herausforderung, herauszufinden, welchen Informationen wir vertrauen und welchen nicht vertrauen sollten.

Kontrolle

Der Verlust von Kontrolle ist ein Stressfaktor. Vielleicht können uns dabei die Stoiker helfen:

Das grundsätzliche Menschenbild der Stoiker ist, dass Menschen in ihrer ethischen und moralischen Entwicklung stets voranschreiten sollten, indem sie lernen, wie man tugendhaft handelt, und indem sie ihre Beziehungen zu anderen Menschen erweitern und vertiefen. Als vernünftige (im stoischen Sinne: mit Vernunft ausgestattete) Menschen ist es genau dies, was in unserer Macht steht bzw. worüber wir direkte Kontrolle haben. Darüber hinaus gibt es viele Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, zum Beispiel ob wir berühmt werden, ob wir krank werden oder ob Familienmitglieder sterben.

Daher legen die Stoiker sehr viel Wert darauf zu unterscheiden, was in ihrer Macht steht, worüber sie Kontrolle haben und worüber sie keine Kontrolle haben. Mit dieser Art der Unterscheidung erlangt der Stoiker eine Freiheit vor bestimmten negativen oder destruktiven Emotionen, die darauf zurück zu führen sind, dass er nach etwas strebt, was nicht in seiner Macht steht.

Die Entwicklungen der Corona-Krise haben wir nur insoweit im Griff, wie wir uns verhalten. Nur teilweise können wir durch unser Verhalten kontrollieren, ob wir uns anstecken oder nicht. Vielleicht hast du die Infektion bereits hinter dir, ohne es mitbekommen zu haben oder es waren die zwei Tage mit Fieber letzte Woche.

Die Gelegenheiten zu minimieren, in denen wir den Viren ausgesetzt sind, macht in meiner Welt Sinn. Wir können unser Immunsystem stärken. Mit viel Bewegung an der frischen Luft (soweit nicht behördlich eingeschränkt), gesundes Essen und glücklich machende Gewohnheiten. Auch unsere Emotionen haben Einfluss auf unser Immunsystem:

Die Hormone

Diese vorab erklärte stoische Freiheit vor negativen und destruktiven Emotionen brauchen wir jetzt. Warum? Weil schon 2003 in einer Studie festgestellt wurde, dass negative Emotionen unser Immunsystem schwächen.

Emotionen spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Systemen in unserem Körper, die die Gesundheit beeinflussen. Diese Studie stellte fest, dass Menschen mit positiven Emotionen auch diejenigen sind, deren Immunsystem besser funktioniert.

Es gibt neuere Studien, die erklären, dass unsere Leukozyten (weissen Blutkörperchen) sehr artverwandt mit unseren Nervenzellen sind. Was bedeutet das?

Stark vereinfacht heisst das, dass es gut und schlecht gelaunte Zellen zur Abwehr von Krankheitserregern gibt – und die mit schlechter Stimmung sind nicht so aktiv und kraftvoll.

Die Laune der Zellen wird beeinflusst durch die Hormoncocktails, die wir in bestimmten Zellen produzieren und die dann an unseren Nervenzellen andocken – und die die Leukozyten ebenso verstehen wie unsere Nervenzellen.

Deshalb sind Angst, Unsicherheit, Stress und alle weiteren negativen Emotionen nicht gut für unser Immunsystem.

Take away

Aber wie mit Stress und Angst umgehen? Die üblichen Verdächtigen, Meditation und körperliche Bewegung helfen. Zeit hat der eine oder andere ja jetzt. Auch Musik hilft, um Stimmungen aus dem Keller zu holen. Mir gefällt zum Beispiel «Peer Gynt – Morning Mood» sehr gut.

Als zertifizierter wingwave-online-Coach (Erklärvideo) arbeite ich mit meinen Klienten häufig auf der emotionalen Ebene. Wenn dich das Thema weiter interessiert, dann kannst du dich zu meinem 30-minütigen Webinar, am Freitag, 08. Mai 2020, um 11.00 Uhr zum Thema «Immunsystem mit wingwave Musik stärken» anmelden. Das Webinar ist kostenlos.

Im Webinar erkläre ich die Hintergründe der heutigen SMSS und erläutere auch, warum und wie wingwave als Selbst-Coaching-Tool funktioniert und wie du dein Immunsystem, wissenschaftlich nachgewiesen, stärken kannst.

Hier geht es zur Anmeldung.

P.S. Ein Artikel, der mir gut gefallen hat (dank an Gerhard für den Link)

wingwave®-Qualitätszirkels weltweit TÜV-geprüft und nach ISO 29993 zertifiziert.

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