Na, erlauben Sie mal

Der Feuerwehrmann wollte wissen, ob Elisabeth Esoterikerin sei. „Na, erlauben Sie mal“, antwortete Elisabeth empört, als ob der Uniformierte ihr gerade schweren Alkoholismus unterstellt hätte. „Wie kommen Sie denn darauf?” Erlauben, was genau ist das? Jemand anderem etwas erlauben, sich selbst etwas erlauben oder denken wir beim Erlaubnis geben für uns selbst schnell an „das habe ich mir verdient“? Wie viel unserer Zeit verwenden wir, um Anderen Genüge zu tun? Wie oft reduzieren wir unsere Bedürfnisse, um den anderen zu gefallen? Oft investieren wir Energie, Zeit und Fokus, anderen zu gefallen und um das zu tun, was sie von uns erwarten.

Schon Bronnie Ware hat in ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. Einsichten, die ihr Leben verändern werden.“ als die häufigste genannte Reue benannt:

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben,
statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten.“

Bungee-Jumping und „ich wünschte, ich hätte mehr gearbeitet“ finden sich in ihrem Buch nicht. Dies ist jetzt kein Plädoyer, sich nicht um unsere Mitmenschen, Freunde, Bekannten und Beziehungen zu kümmern, eher der Versuch, zu hinterfragen, ob es denn Sinn machen könnte, sich ab und zu Gedanken zu machen, was man denn eigentlich will und erreichen möchte. Man tickt im Leben die „normalen“ Dinge ab: Ausbildung abgeschlossen, verheiratet oder in Beziehung, oder eben nicht, Kinder, ja, nein oder aus dem Haus, akzeptablen Beruf und eigentlich zufrieden. Eigentlich – und uneigentlich? Wenn man anfängt, zu träumen, wenn man beginnt, zu suchen, was einem wirklich Passion gibt und was denn sein eigenes Leistungsversprechen ist, dann könnten Schuldgefühle in einem hochkriechen:

– Wer bin ich, um die Tradition zu brechen?

– Es geht mir so gut, warum sollte ich etwas ändern?

– Warum sollte ich mehr vom Leben haben?

– Ich sollte glücklich sein, mit dem was ich habe.

– Was, wenn es nicht funktioniert? Aufwand und Engagement betrieben mit dem Risiko, dass es umsonst ist?

Klingt das bekannt, dass man schon einmal etwas tun wollte und dann das latente Schuldgefühl hatte, das könnte eventuell egoistisch sein?

Plädoyer für Träume und eigenes Potential leben

Manchmal ist es mit Widerstand verbunden, sich festzulegen, was denn die Schritte sind, um sein Leben zu leben und seine Leidenschaft zu finden. Im Endeffekt ist man da total auf sich selbst gestellt.

Sich die Erlaubnis geben

Klingt wie ein einfaches Konzept, aber, sich selbst die Erlaubnis geben, klingt nur einfach, zumindest bis zu dem Moment, bis man es in die Tat umsetzt. Sich selbst zu finden, herauszufinden, was man denn wirklich will und was einen eigentlich ausmacht, ist eine nicht endende Entwicklung, wenn man sich die Erlaubnis dafür gibt. Ohne Erlaubnis geht man einen Weg, aber nicht notwendigerweise seinen eigenen. Es ist wie Autofahren ohne Führerschein. Man fährt dahin und tief im Inneren weiss man: das ist nicht richtig.

Integrität ist wichtig

Und so ist Erlaubnis. Ohne Erlaubnis für sich hat die Lebens-Reise keine Integrität. Und ohne Integrität funktioniert nichts wirklich richtig. Wie findet man heraus, ob man sich Erlaubnis gegeben hat? Im Prinzip weiss man es und übliche Verdächtige, die zeigen, dass es Zeit wird nachzudenken, könnten sein:

Man schiebt Dinge auf.

Man reduziert seine Begeisterung.

Man ist zufrieden.

Man reagiert mehr, als dass man kreiert.

Man betreibt Sabotage mit sich selbst.

Sich Erlaubnis geben

Zum Glück benötigt dies weder einen TÜV Stempel noch ein Abschlusszeugnis oder Zertifikat. Erlaubnis kommt von innen. Wir tragen alleine die 100%ige Verantwortung und es liegt in unserer Macht:

1. Man fragt sich, „Was will ich wirklich“ und schreibt es nieder, so präzise und detailliert wie möglich und

2. Sagt dann: „Ich gebe mir die Erlaubnis, [hier Antwort 1 einfügen] mit vollem Herzen zu tun.

Beispiele könnten sein:

Ich gebe mir die Erlaubnis, jeden Tag mein Leben zu geniessen.

Ich gebe mir die Erlaubnis, glücklich zu sein.

Ich gebe mir die Erlaubnis, mir die Wahrheit zu sagen.

Ich gebe mir die Erlaubnis, die Natur zu bewundern.

Ich gebe mir die Erlaubnis, wertschätzend zu sein.

Ich gebe mir die Erlaubnis, meine Träume zu leben.

Ich gebe mir die Erlaubnis, Visionen zu haben.

Ich gebe mir die Erlaubnis, auch mal über die Stränge zu schlagen.

Ich gebe mir die Erlaubnis, Fehler zu machen.

Doch gar nicht so schwer, oder? Ich glaube, da liegt gute Energie drin. Warum? Weil es Kraft gibt, Dinge anders zu sehen und zu erkennen. Man schaltet den Autopiloten ab und bewegt sich jenseits der eingefahrenen, ausgelaugten Trampelpfade. oder langweiligen Banalitäten

Hindernisse, die beim Erlaubnisgeben auftauchen können

1. Wenn man sich die Freiheit gibt, sein Leben zu geniessen, dann kann das für manche im näheren Umfeld ungewohnt sein und sie mögen gar rebellieren. Das ist normal und bedeutet nur, dass sie sich um einen kümmern.

2. Man fühlt sich 100% verantwortlich (gruselig!). Das kann zu Sich-überwältigt-fühlen führen, aber nicht vergessen, es ist immer gut, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Wenn man sich dafür die Erlaubnis gibt, nimmt man den Fahrersitz wieder ein, diesmal mit Führerschein.

3. Alte Gewohnheiten und Denkweisen sabotieren die Freiheit, die mit Sich-Erlaubnis-geben entsteht. Übung macht den Meister und es geht nicht darum, sich verbal die Erlaubnis zu geben, sondern man will es fühlen.

Hat man sich die Erlaubnis gegeben, dann kann sie sich weiter zementieren, indem man fragt, „Was ist der nächste kleine Schritt, den ich jetzt, da ich ja die Erlaubnis habe, tun kann?“

Es gibt nur eine Person, die Ihnen die Erlaubnis geben kann, Ihr Leben so wie Sie es sich wünschen, zu leben. Sie selbst!

Für was geben Sie sich heute die Erlaubnis?

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1 Kommentar zu „Na, erlauben Sie mal“

  1. Schwaller Paul

    Ich erlaube mir in diesem Moment, auf diese „Er-LAUB-er Gedanken zu agieren: Sie regen mich zum Weiter-Denken an und m/eine Idee mindestens einen kleinen Schritt aktiv anzugehen. Möglicherweise könnte ich ein Treffen mit Harry Geordert bei Gelegenheit vereinbaren … So oder so: HEUTE spreche ich halblaut meine zentralen Ideen und Wünsche aus und halte diese geschrieben/gedoodelt auf meinem Lieblings-Format A6 / A8 fest.
    Einen er-LAUB-enden Sonntag gönne ich mir – es ist ja Herbst und das LAUB ist wiederum ein Thema.

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