Reden ist Silber …
… Schweigen ist Gold!
Der Begriff Public Relations (PR) wurde erstmals 1882 an der Yale University (USA) verwendet.
„PR ist die Kunst, durch das gesprochene oder gedruckte Wort, durch Handlungen oder durch sichtbare Symbole für die eigene Firma, deren Produkt oder Dienstleistung
eine günstige öffentliche Meinung zu schaffen.“
(Carl Hundhausen, 1937)
Wusstest du schon, dass wir 85 % dessen, was wir wissen, durch Zuhören gelernt haben?
Übrigens, mit dem rechten Ohr hören wir besser auf das, worum uns ein anderer bittet, sagen Luca Tommasi und Daniele Marzoli von der Universität in Chieti-Pescara (Italien).
Tübinger Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass Männer besser hören als Frauen. Dies hat evolutionäre Gründe:
Früher, als wir Männer direkt für die Nahrung zuständig waren, war es überlebenswichtig, die Beutetiere zu hören, um erfolgreicher in die Höhle zurückzukehren.
Im 21. Jahrhundert hilft „Zuhören“, andere erfolgreicher zu überzeugen.
Mehr dazu später.
Wir alle haben eine PR-Abteilung im Hirn. Wir wollen unseren Senf zu allem dazugeben, weil wir glauben, dass wir uns damit für uns „eine günstige öffentliche Meinung schaffen“.
Wir können dieses Phänomen beobachten, wenn wir auf Folgendes achten:
Zwei Menschen unterhalten sich, es scheint, als ob sie einen Dialog hätten, aber in der Realität hören wir zwei Monologe aneinander vorbei gesprochen:
„Die italienische Küche ist für mich die Beste.“
Antwort:
„Ich bevorzuge die bodenständige, bayerische Schweinshaxe mit Speckkrautsalat.“
Sollten sich in einem Dialog nicht ab und zu Pausen befinden, in denen man darüber nachdenkt, was man warum sagen will und vor allem darüber nachdenkt, was der andere gesagt und/oder gemeint hat?
Zum Beispiel:
„… und weshalb ist die italienische Küche für dich die Beste?“
Kommunikationsstärke wird von jedem erwartet – er oder sie soll präsentieren, argumentieren, überzeugen können – und das alles mit mitreißender Eloquenz und geschliffener Rhetorik.
Das ist alles recht und gut und wichtig. Und doch hat der Harvard-Professor William Ury nachgewiesen:
Menschen, die ihrem Gegenüber gut zuhören, erzielen bessere Verhandlungsergebnisse als jene, die vor allem ihre eigenen Argumente und Ideen vorbringen.
Mir ist kein Beispiel bekannt, dass sich jemand um Kopf und Kragen zugehört hätte.
Was das Reden anbelangt, aber sehr wohl. Ich könnte einige Beispiele aus meinem früheren Leben erzählen, wo ich einfach zu viel, zu unüberlegt und ohne zugehört zu haben, gequasselt habe.
Doch es gibt einen einfachen Trick, der sofort umgesetzt werden kann, einer, der besonders gut in Team-Meetings funktioniert.
Wer immer schon mal eine Ausbildung in Improvisation mitgemacht hat, kennt die Variante
„Ja, und …“
Und niemand darf
„Nein“
sagen. Was immer vorher gesagt wurde, gilt es zu akzeptieren und es wird darauf aufgebaut. Dieser Kommunikationsstil zahlt sogar steuerfreie Dividenden.
Anstatt Blockaden aufzubauen oder in die Sackgasse zu führen, entsteht eine Gruppendiskussion, die aufeinander aufbaut und kreativer ist als
„Das glaube ich nicht“ oder
„Wie kannst Du das behaupten?“ oder dem einfachen
„Nein!“.
Dies sind Kommunikations-Sperren und lassen das Gegenüber wie einen krepierten Ballon zu Boden fallen.
Den Ballon mit dem Brieföffner implodieren zu lassen ist der sicherste Weg, um den anderen zu entmutigen und davon abzuhalten, uns mitzuteilen, wie er sich denn wirklich fühlt und was er denn nun tatsächlich denkt.
Aber hey, wir können es auch ganz anders machen:
„Ja, und …“
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