Sein und Tun
Stell dir vor, du hast dich in einem dichten Wald verirrt.
Keine Karte, keinen Kompass und dein Handy hat natürlich auch keinen Empfang.
Plötzlich hörst du ein Flüstern:
„Hey, du da! Ja, du!“.
Verwirrt drehst du dich um und siehst – eine Eule, die auf einem Ast sitzt und dich anstarrt.
„Du siehst aus, als könntest du etwas Orientierung gebrauchen.“
sagt die Eule.
Vielleicht kann die Eule dir helfen.
Aber wie kannst du sicher sein, dass sie dich versteht und dir gerne hilft?
Wie im richtigen Leben ist Kommunikation alles.
Die größte Kommunikation findet nicht durch Worte statt, sondern durch den Raum, den wir zwischen den Worten schaffen.
Stephen Covey
Achtsamkeit in der Kommunikation
Kommunikation ist nicht nur der Austausch mit anderen, sondern auch der innere Dialog. Durch achtsames Zuhören und Sprechen verbessern wir unsere Wahrnehmung und unser Verständnis.
Können wir Raum schaffen für Neues?
Bevor wir Raum schaffen können, brauchen wir Klarheit.
Konzentrieren wir uns auf das Wort „sein“ und seine Konjugationen (bin, bist, ist, seid, sind).
Ein bewusster und korrekter Umgang mit diesen Wörtern schärft unsere Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der Realität.
E-Prime: Klarheit durch Sprache
Die Theorie des „E-Prime“ vermeidet alle Formen von „sein“ und fördert dadurch Klarheit und Aufmerksamkeit. Beispiele zeigen, wie diese Methode hilft:
Aus „Maria ist Dentalhygienikerin“
wird
„Maria putzt werktags von 9.00 bis 17.00 Uhr die Zähne“.
„Deine Schuhe sind hässlich“
wird zu
„Deine Schuhe gefallen mir nicht“.
„Sein Geschmack ist schrecklich“
wird zu
„Er und ich haben einen unterschiedlichen Geschmack“.
„Du liegst falsch“
wird zu
„Ich sehe das anders“.
Diese Umformulierungen vermeiden Bewertungen und fördern eine gewaltfreie Kommunikation.
Zusätzliche Werkzeuge des Denkens
Keyes und Korzybski haben Denkwerkzeuge entwickelt, die uns helfen, bewusster und klarer zu denken:
Niemand weiß etwas – Erinnert uns daran, dass Wissen immer unvollständig ist.
Nicht in Schwarz/Weiß, sondern in Farben denken – Fördert das Denken in Nuancen statt in Extremen. Statt „entweder/oder“ lieber „sowohl als auch“.
Wer spricht…? – Erkennt an, dass unsere Wahrnehmungen und Urteile subjektiv sind.
Unterschiede machen den Unterschied – Verallgemeinerungen vermeiden. Worum geht es wirklich? Worin unterscheidet sich mein Denken von dem der anderen Person?
Immer auf dem neuesten Stand sein – Berücksichtigt den zeitlichen Aspekt unserer Informationen. Ist das, was ich glaube, wahr? Woher weiß ich das?
Die richtige Stelle markieren – Versteht, dass der Kontext entscheidend für die Interpretation ist. Die Pappnase passt zum Karneval, aber nicht zu Ostern.
Anwendung im Alltag
Diese Werkzeuge helfen, Denkblockaden zu lösen und mehr Klarheit in unser Leben zu bringen.
Indem wir bewusster kommunizieren und denken, schaffen wir die Grundlage für ein erfüllteres und achtsameres Leben.
Die Eule zwinkert dir zu und breitet ihre Flügel aus.
„Nun, da du diese Weisheit kennst, wirst du deinen Weg finden.“