Und wer bin ich …
„… und, was machst du so?“
– eine Frage, die soll ab und zu mal, oftmals mit einem Glas in der Hand, auftauchen.
Die meisten Menschen antworten wahrscheinlich automatisch, was sie beruflich machen.
Ist das alles, was dich ausmacht?
Denk an jemanden, den du kennst, der eine bemerkenswerte Veränderung durchgemacht hat.
Vielleicht war es jemand, der sich lange Zeit über seinen Beruf definiert hat und dann beschlossen hat, eine Auszeit zu nehmen und zu reisen.
Dabei hat er neue Seiten an sich entdeckt, vielleicht seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckt oder sich ehrenamtlich engagiert.
Heute würde diese Person vielleicht sagen: „Ich bin nicht mehr nur mein Beruf. Ich bin zudem Entdeckerin, Künstlerin und Weltverbessererin“.
Aber nicht gleich den passenden Ashram in Indien suchen. Lass dir Zeit.
Was ist Identität?
Ich gebe zu, da stoße ich an meine Grenzen. Aber warum nicht mal schauen, was dabei herauskommt, wenn man versucht, sich Klarheit zu verschaffen?
Identität ist, so meine ich zunächst, nichts Statisches, sondern ein sich wandelndes Abenteuer der Selbstentdeckung.
- Identität ist wandelbar
Unsere Identität ist keine starre Maske, sondern ein lebendiges Kunstwerk, das wir immer wieder gestalten können.
- Vielfalt bereichert
Je vielfältiger wir uns selbst sehen, desto reicher wird unser Leben. Jede neue Facette unserer Identität öffnet Türen zu neuen Erfahrungen.
- Sicherheit und Veränderung
Jede Identität gibt uns Sicherheit. Das macht Veränderung oft schwierig, aber auch wertvoll.
- Reflexion als Schlüssel
Innehalten und darüber nachdenken, wer wir sind und wer wir sein wollen, ist einer der ersten Schritte zu persönlichem Wachstum. Ist allerdings nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen.
- Chancen erkennen
Jede Veränderung in unserem Leben bietet die Chance, unsere Identität zu erweitern und zu bereichern.
Kleine Übung:
Nimm dir 30 Sekunden Zeit, um darüber nachzudenken, welche Identität dir in der Vergangenheit Sicherheit gegeben hat und wie du dich seitdem verändert hast.
[30 Sekunden Pause zum Nachdenken].
Zurück? Wie hat sich das angefühlt?
„Das Gefühl der Identität besteht nicht darin, immer derselbe zu sein, sondern immer man selbst zu sein.“
Erik Erikson
Identitätswechsel sind ein natürlicher Teil unseres Lebensweges. Manchmal leiten wir sie selbst ein, indem wir uns bewusst für eine neue Richtung entscheiden – sei es ein Berufswechsel, ein Umzug oder eine neue Leidenschaft.
In anderen Fällen werden sie uns von außen aufgezwungen, zum Beispiel durch unerwartete Lebensereignisse wie Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder Veränderungen in Beziehungen.
Es ist normal und menschlich, dass solche Veränderungen zunächst eine Phase der Trauer oder Unsicherheit auslösen.
Wir trauern um die vertraute Identität, die wir hinter uns lassen, und das ist ein wichtiger Teil des Prozesses.
Zudem können wir tiefe Enttäuschung fühlen – was ist mein Lebenswerk?
Doch unabhängig davon, wie diese Veränderungen eintreten und wie wir uns zunächst dabei fühlen, haben wir langfristig immer die Wahl, wie wir darauf reagieren.
Wir können uns gegen den Wandel wehren und an alten Identitäten festhalten, oder wir können den Wandel als Chance begreifen, uns selbst neu zu entdecken und zu wachsen.
Die Art und Weise, wie wir mit diesen Übergängen umgehen, prägt nicht nur unsere Identität, sondern auch unseren Charakter und unsere Widerstandsfähigkeit.
Jeder Identitätswechsel bietet uns die Möglichkeit, bewusst zu entscheiden, wer wir sein wollen und wie wir unser Leben gestalten wollen.
Hier sind einige Ideen, wie man mit Identitätsveränderungen umgehen könnte:
- Den Verlust akzeptieren
Es ist normal, um eine alte Identität zu trauern. Erlaube man sich, diesen Verlust zu spüren.
- Entdecke neue Interessen
Probiere immer wieder etwas Neues aus. Vielleicht entdeckst du ungeahnte Talente oder Leidenschaften.
- Pflege verschiedene Rollen
Erinnere dich: Du bist nicht nur eines. Du hast viele Seiten, die dich ausmachen.
- Bleibe offen für Veränderungen
Sieh Lebensphasenübergänge als Chance, dich neu zu entdecken und zu definieren.
- Reflektiere regelmäßig
Frage dich von Zeit zu Zeit: „Wer bin ich jetzt? Wer möchte ich sein?“ Das hält dein Selbstbild lebendig.
Zum Schluss noch ein Gedanke zum Mitnehmen:
Wie wäre es, wenn du deine Identität nicht als fertiges Bild, sondern als fortlaufendes Kunstwerk betrachtest? Jede Veränderung mag zunächst beängstigend sein, birgt aber auch die Chance auf neue Farben und Formen in deinem Lebensbild.
PS: Denke – du bist ein Meisterwerk in Arbeit, ein sich ständig entwickelndes, wachsendes Wesen mit unendlichem Potenzial. Es ist in Ordnung, manchmal an alten Identitäten festzuhalten, aber sei offen für die neuen Möglichkeiten, die jede Veränderung mit sich