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Wie geht’s?

Früher dachtest du vielleicht: «Ach ne’ – Weihnachten, eigentlich ja schon schön, wenn nur nicht all’ diese Familienverpflichtungen wären» – und heute denkst du eventuell: «Ich will mit der ganzen Familie feiern.»

Zeiten, Umstände und Kontexte ändern sich (immer) – und 2020 liegt mit Veränderungen ganz und gar im Spitzenfeld. Aber alles gut, die Ziellinie für dieses Jahr ist in Sicht.

Aufgrund der Reaktionen auf den letzten Artikel, «Hamlet lag falsch», heute die externe Variante zu Fragen, die man anderen Menschen stellen könnte. Eine davon ist sicher:

«Wie geht’s?»

Doch «Wie geht’s?» hat noch selten einen Blumentopf gewonnen. A) ist es eine Floskel und b) ist für den einen oder anderen vielleicht «Gestern gings noch» die beste Antwort – und c), ist es eine von 4 meisterlosen Fragen.

Vielleicht zudem noch, wenn jemand tatsächlich leidet (wie es heute leider so viele von uns tun), suggeriert die Beiläufigkeit der Frage, dass du nicht wirklich wissen willst, wie es dem Gegenüber tatsächlich geht – und fordert eventuell dazu auf, eine falsche Fröhlichkeit vorzutäuschen. Laut Psychologen, die nennen das «toxische Positivität», könnte das dem einen oder anderen auf die Nieren schlagen.

Die Eröffnung …

Die Eröffnung ist nicht nur beim Schachspielen, sondern auch beim Kommunizieren wichtig. Fragen stellen ist immer gut und hier ein paar Vorschläge, die das «Wie geht’s?» ersetzen könnten:

Was hat dich diese Woche (Monat, Jahr) überrascht?

Es erscheint mir besser, nach Erlebnissen als nach Emotionen und Gefühlen zu fragen. Das aktiviert das Kahneman’sche System II: Das ist langsamer, beratend und aufwendiger als «Wie geht’s?» zu beantworten.

Was hast du diese Woche (Monat, Jahr) unternommen, dass dir Spass gemacht hat?

Das zeigt dem Gegenüber, wenn die Frage ehrlich gemeint ist, dass du Interesse hast an dem, was dein Gesprächspartner unter «Spass» versteht.

Was war das Aufregendste/Neueste diese Woche (Monat, Jahr)?

Eine Variante zur vorherigen Frage, die jedoch andere Suchkriterien in der Erlebniswelt auslöst.

Welchen Silberstreif hast du diese Woche (Monat, Jahr) am Horizont für dich entdeckt?

Über Silberstreifen zu sprechen, erkennt an, dass etwas Negatives passiert ist (soll vorkommen), aber berührt auch das Positive, das man daraus gemacht hat. Passt beim Familienessen gut zwischen Vor- und Hauptspeise.

Was hat dich letzte Woche (Monat, Jahr) auf Trab gehalten?

Probiere es aus, gibt meist interessante Aussagen.

Was hast du letzte Woche (M, J) über dich selbst gelernt?

Eine Frage, die regelmässig öffnen kann und die Bereitschaft beim Gegenüber  fördert, persönliche Geschichten zu teilen. Wer ist nicht begeistert, Positives anzusprechen, vor allem wenn es mit persönlichem Wachstum zu tun hat? Was ist für die nächste Woche (Monat und jetzt besonders passend fürs Jahr) deine grösste Herausforderung?

Erfahrungsgemäss führt dies beim Gegenüber zum Nachdenken. Also warte geduldig auf die Antwort.

Interessante Small-Talk-Fragen

Was sagst du häufiger im Leben: Ja oder Nein?

Auf was bist du besonders stolz?

Welche zufällige Begegnung hat dein Leben für immer verändert?

Was ist die eine Sache, über die du froh bist, dass du sie ausprobiert hast, die du aber nie wieder tun wirst?

Welches ist der interessanteste Ort, den du je besucht hast?

Welche gesellschaftlichen Gepflogenheiten würdest du gerne verschwinden sehen?

Was ist für dich ein perfekter Urlaub?

Was schätzt du am meisten an anderen Menschen?

Welche neuen Fähigkeiten willst du nächstes Jahr erwerben?

Welche Frage wolltest du schon immer mal stellen?

Epilog

Könnte sein, dass die eine oder andere Frage Unterhaltungen, und zwar jene zum Teil peinlichen und nicht wirklich erquickenden Dialoge rund um den Baum und der durch und durch und zwar völlig durch und durchgegarten, trockenen Gans, hilft, die leeren Gespräche, warum das letzte Jahr so bescheiden war, zu umgehen.

Ich bedanke mich bei dir als treuer Leser, wünsche freuderfüllte Festtage, einen guten Rutsch und dass deine Wünsche, Träume und Visionen im Jahr 2021 in Erfüllung gehen.

Von mir, ich weiss, es ist kaum auszuhalten, findest du den nächsten Artikel erst wieder am 10. Januar 2021. Dann wie gewohnt, in deiner Inbox. Ich mach’ mal Pause, damit mir hoffentlich auch fürs nächste Jahr wieder was einfällt.

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