Wie man Hirsche fängt
Weißt du, warum erfahrene Bergsteiger…
– nicht den Gipfel suchen, sondern …
– einen Unterschlupf oder den sichersten Abstieg?
→ wenn ein Gewitter aufzieht!
Natürlich weißt du das!
– Du bist doch nicht blöd!
– Blitze? Zielen auf den höchsten Punkt!
– Oder auf das-Gipfelkreuz!
– Also: Runter, nicht rauf – auch wenn da oben ein Hirsch steht.
Während Anfänger oft in Panik geraten und überstürzt handeln, bleiben erfahrene Bergsteiger ruhig und treffen überlegte Entscheidungen.
Der Grund dafür?
Sie wissen etwas, was die meisten von uns im Alltag schon mal vergessen:
Die größte Gefahr ist oft nicht die Situation selbst, sondern unsere Reaktion darauf.
Früher nutzten Jäger eine kuriose Methode, um Hirsche zu fangen.
Sie hängten flatternde Federn auf, die die Tiere so erschreckten, dass sie direkt in die ausgelegten Netze flüchteten.
Die Hirsche starben nicht an den Federn – sie starben an ihrer Angst vor den Federn.
Wie oft geht es uns wie diesen Hirschen? Wir sehen flatternde Federn in Form von
- Wirtschaftsnachrichten („Der Markt bricht zusammen!“)
- Sozialer Druck („Was werden die anderen denken?“)
- Zukunftsangst („Was, wenn ich es nicht schaffe?“)
Und wohin laufen wir? Direkt in die wirklichen Gefahren:
- Übereilte Entscheidungen
- Selbstzweifel
- Lähmende Passivität
Denkübung fürs Wochenende:
Deine persönlichen „Federn“:
Nimm dir einen Moment Zeit
Schreibe auf, wovor du im Moment Angst hast
Markiere, was davon tatsächlich in deiner Kontrolle liegt
Dein „Sicherheitsnetz“:
Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?
Wie wahrscheinlich ist es wirklich?
Welche Ressourcen hast du, um damit umzugehen?
Deine „Gipfelperspektive“:
Stell dir vor, du stehst auf dem Gipfel eines Berges und blickst auf deine aktuelle Situation hinunter.
Was würdest du aus dieser klaren, distanzierten Perspektive deinem „Tal-Ich“ raten?
Der alte weise Epiktet hätte gesagt:
„Sei vorsichtig in deinen Entscheidungen, aber gelassen in dem, was du nicht kontrollieren kannst“.
Praktische Tipps fürs Wochenende:
Der 3-Sekunden-Check:
Bevor du in Panik gerätst, atme drei Sekunden lang durch und frage dich:
„Ist das eine Feder oder ein echtes Netz?“
Der Inventur-Check:
Erstelle zwei Listen:
„Kann ich beeinflussen“
„Gilt es zu akzeptieren“.
Konzentriere deine Energie auf Liste 1.
Das Gelassenheitsritual:
Jeden Abend drei Dinge aufschreiben:
Was ist dir heute gut gelungen?
Worüber hast du dir unnötig Sorgen gemacht?
Wofür bist du dankbar?
Denke daran: Ein Bergsteiger hat keine Angst vor dem Berg – er lernt seine Grenzen und Möglichkeiten richtig einzuschätzen.
Das wünsche ich dir:
- die Weisheit eines erfahrenen Bergführers
- die Gelassenheit eines Stoikers
- und den Mut, echte von eingebildeten Gefahren zu unterscheiden.
Genieße dein Wochenende – und wenn du flatternde Federn siehst, winke ihnen einfach zu!
PS: Wenn du lernen möchtest, wie du deine innere Stärke gezielt aufbauen und Herausforderungen gelassener begegnen kannst, dann halte Ausschau nach meinem neuen, etwas anderen Resilienz-Workshop – demnächst in diesem Theater 💡.
PPS: Die Geschichte mit den Hirschen und den Federn ist übrigens klassisches Jägerlatein – aber manchmal braucht es eben eine gute Geschichte, um eine wichtige Wahrheit zu vermitteln! Und, alle in diesem Newsletter erwähnten Hirsche sind rein metaphorisch gemeint und wurden artgerecht gehalten 😉 .
PPPS: 🎯Dein Mini-Auftrag fürs Wochenende:
Finde eine „Feder“ in deinem Leben und nimm sie bewusst wahr. Vielleicht ist es der Anruf, den du aufschiebst oder das Gespräch, das du vermeidest. Mach einen kleinen Schritt darauf zu – und beobachte, wie die „Feder“ ihre Bedrohlichkeit verliert