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3 Schritte zu mehr Resilienz

Resilienz (Belastbarkeit, Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Strapazierfähigkeit, Gefahrenabwehr, Krisenbewältigung, Selbstbehauptung, Leistungsfähigkeit, Robustheit, und mehr bei Woxikon) ist eine Transformation, die es uns ausgehend von der Verletzlichkeit ermöglicht, Stärke zu zeigen, um uns der Gegenwart und der Zukunft besser zu stellen. Der Begriff ist in Mode, doch handelt es sich nicht um ein neues, sondern um ein notwendiges und inspirierendes Konzept.

Was haben hochbelastbare Menschen gemeinsam? Drei Dinge, die von jedem kultiviert werden können. Wir alle können lernen, angesichts der alltäglichen Schwierigkeiten ein wenig belastbarer zu sein.

Nachfolgend beschreibe ich drei Eigenschaften, die wir bei Menschen, die widerstandsfähig sind, immer wieder antreffen:

I. Die Akzeptanz der Realität

Belastbarkeit basiert nicht auf naivem Optimismus. Hoch belastbare Menschen sehen die Art der Herausforderungen, vor der sie stehen, mit klaren Augen. Wenn wir die Dinge so akzeptieren, wie sie wirklich sind, werden unsere Strategien zur Lösungsfindung effektiver.

Stell dir vor, du hast gerade eine Präsentation vor deiner Chefin gegeben. Du bist fest davon überzeugt, dass deine Idee brillant ist, und du hast das Gefühl, dass es gut gelaufen ist und du überzeugend warst. Aber die ersten Worte deiner Chefin sind Kritik an deinem Vorschlag.

«Warum ist sie immer so negativ? Sie weiss gar nicht, von was wir hier reden – ich bin der Ingenieur.» So oder ähnlich gehen dir die Gedanken durch den Kopf.

Es ist zwar natürlich, sich auf Kritik wütend und verärgert zu fühlen – und diese Beurteilung als unfair zu interpretieren. Diese Standardreaktion (die wieder und wieder als Erstes auftaucht) entspricht jedoch nicht immer der Realität. Hat deine Chefin buchstäblich etwas falsch gemacht, indem sie auf eine, ihrer Meinung nach, Schwäche in deiner Idee hingewiesen hat? Ist sie wortwörtlich immer negativ? Weiss sie nicht, wovon sie spricht? Wahrscheinlich stimmt das alles nicht.

Eine realistischere Einschätzung der Dinge könnte sein: Sie war unverblümt mit ihrer Kritik – was weh tut – aber das ist an sich nicht schlecht. Oder: Sie hat zwar nicht so viel technisches Fachwissen wie ich, aber die Perspektive eines Aussenstehenden könnte hilfreich sein.

Psychologen bezeichnen die Akzeptanz der Realität, wenn mit Neuem konfrontiert, als Akkommodation. Das bedeutet, dass wir flexibel mit unseren eigenen Überzeugungen sind, um neuen Sachverhalt und Informationen Rechnung zu tragen. Das steht in krassem Gegensatz zu der primitiveren Strategie der Assimilation, bei der wir versuchen, die Fakten so zu verzerren, dass sie ohnehin zu unseren bereits bestehenden Glaubensstrukturen passen.

Der Weg von den «Standardgedanken» weg bedingt Aufmerksamkeit und funktioniert in 6 Schritten:

  1. Pause – frage dich: «Okay, was fühle ich gerade?»
  2. Auslöser – frage dich: «Was ist passiert, dass ich mich jetzt so fühle, was war der Auslöser?»
  3. Gedanken: «Welche Gedanken und Interpretationen tauchten automatisch in meinem Hirn auf?»
  4. Emotion: «Welche Emotionen fühlst du? Welches ist die stärkste Emotion?» Bewerte die stärkste auf der weltberühmten Skala von 1 bis 10, mit 10 als ganz schlimm.
  5. Alternative: «Wie könntest du die Situation anders interpretieren?» oder: «Wie würde ein Aussenstehender die Situation beurteilen?» Finde für jeden Gedanken (Punkt 3) mindestens eine Alternative und notiere sie.
  6. Neubewertung: Bewerte die Emotion von Schritt 4 erneut.

Exkurs:

Mit der Realität ist es so eine Sache. Du kannst überlegen, wie viele Fakten seit Beginn der Corona Geschichte sich beinahe täglich geändert haben. Was wissen wir wirklich? Ziemlich wenig, aber laut correctiv.org hat das Robert Koch Institut zumindest bestätigt, dass Menschen mit Covid-19, die per Eigen- oder Fremdeinwirkung zu Tode kommen, auch als Coronavirus-Todesfälle zählen.

Bei all den Zahlen und News rund um Corona geht mir immer nur eine Frage durch den Kopf, die auch bei vielen sonstigen Gelegenheiten, vor allem bei Recht-Habe-Gesprächen gut eingesetzt werden kann:

«Bin ich mir 100%ig sicher, dass ich mit meiner Ansicht/Meinung/Realität richtig liege?»

II. Sinn, Zweck und Werte

Sinn und Zweck brauchen nicht etwas Grossartiges oder Spirituelles zu sein. Es genügt, ein Zielbewusstsein in Hinblick auf seine Werte zu haben, also auf die Dinge, die einem wichtig sind, die positiv sind, neugierig machen, begeistern und die du für wertvoll hältst.

Je mehr dieser intrinsischen Qualität wir haben, umso gestärkter sind wir, um mit Schwierigkeiten und Hürden, die uns den Weg verstellen, umzugehen. Werte geben uns Motivation.

Aus unseren Werten entwickeln wir nebenbei auch unseren Sinn und Zweck. Du kannst deine Werte als Lebens-Kompass betrachten. Wann immer das, was du tust, nicht mit deinen Werten übereinstimmt, fühlst du dich gestresst, einsam, verärgert oder/und irritiert.

Gewöhnlich empfehle ich, einmal im Monat (laut Daniel Pinks Buch «When: Der richtige Zeitpunkt» möglichst am Vormittag) Zeit für sich zu terminieren und über seine Werte zu reflektieren. Sich hinsetzen und aufschreiben, was einem wichtig ist, wenn man über seine Werte nachdenkt.

Wenn wir uns bewusst Zeit nehmen, unsere Werte und damit all die grossen und kleinen Dinge, die uns wichtig sind, für uns zu klären, dann schaffen wir eine solide Basis, um schwierige Umstände zu meistern.

III. Anpassungsfähigkeit

Flexibilität ist gefragt, wenn die Dinge sich verändern. Menschen mit Widerstandskraft haben die Fähigkeit, flexibel zu sein, wenn es gebraucht wird. Anstatt sich ohnmächtig oder sich gelähmt zu fühlen, machen sie sich daran, die eine Sache zu ändern, über die sie wirklich die Kontrolle haben – nämlich: sie beginnen bei sich selbst.

Schöpfergeist ist eines der Schlüsselelemente der Anpassungsfähigkeit. Wie lernt man das? Ja, Kreativität ist lernbar – und es gibt vielleicht keinen besseren Weg, den Kreativitätsmuskel zu trainieren, als divergentes Denken zu üben.

Divergentes Denken lässt sich durch die Produktion von vielen alternativen Antworten charakterisieren. Dabei können ungewöhnliche Ideen oder Kombinationen von Ideen entstehen. Beim divergenten Denken werden auch Verbindungen zwischen entfernten Ideen hergestellt und in ungewöhnliche Formen gebracht. (auch bekannt als «out oft he box» oder de Bonos «Laterales Denken»)

Dabei ist divergentes Denken jedoch nicht mit Schöpfergeist gleichzusetzen. Ich verstehe es als Voraussetzung für Kreativität. Es werden drei Aspekte divergenten Denkens unterschieden:

Ideenflüssigkeit: Gesamtanzahl aller produzierten Ideen.

Flexibilität: Anzahl der Kategorien oder Themen, in denen sich die Ideen befinden.

Originalität: Anzahl der einzigartigen oder ungewöhnlichen Ideen.

Hier findest du eine Anekdote und mehr Information.

Eine Übung, um das divergente Denken zu trainieren …

… habe ich von James Altucher übernommen. Er nennt es, wie man eine Idee-Maschine entwickelt:

Wähle ein Zeitfenster (eine Woche ist ein guter Anfang) und schreibe jeden Tag 10 Ideen für ein bestimmtes Thema oder Kategorie auf.

Am Sonntag könntest du dir zum Beispiel 10 Ideen, wie kann ich körperlich fitter werden, notieren. Am Montag, 10 Ideen, um neues Geschäft zu entwickeln. Am Dienstag könntest du 10 Ideen für ein Date mit deinem Partner notieren und so weiter.

Wähle eine konkrete Zeit und einen bestimmten Ort für diese täglichen Übungen. Trage dieses Zeitfenster als einen Termin mit dir selbst im Terminkalender ein. Schreibe die Ideen auf. Nach einer Woche hast du 70, nach einem Monat 280 neue Ideen – vielleicht ist etwas Faszinierendes dabei. Es ist ein Training, Dinge von einer neuen Seite aus zu betrachten.

Gib dich nicht mit 5 Ideen zufrieden. Es müssen 10 sein. Dann ist es ein Training, das deine Kreativität steigert und es einfacher macht, Lösungen, auch für scheinbar Unlösbares, zu finden.

Fazit:

Hoch belastbare Menschen haben 3 Eigenschaften: Akzeptanz der Realität, einen Sinn für ihre Ziele und Visionen und sie sind vor allem anpassungsfähig.

«Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, und auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die am anpassungsfähigsten auf Veränderung reagiert.»

Dieser oft zitierte und fälschlicherweise Charles Darwin zugeschriebene Satz stammt von Leon C. Megginson und bezog sich gar nicht auf die Biologie, sondern auf Managementpraktiken in der Geschäftswelt. Diese Aussage gilt in der heutigen Welt mehr denn je:

Wer in der Welt der Pandemie, der digitalen Revolution – oder ganz allgemein, anpassungsfähig auf Veränderungen reagiert, tut sich wesentlich leichter.

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