Es gibt eine weit verbreitete Art von Zielformulierungen, die unsere Erfolgsaussichten bei Veränderungen bremst: sogenannte Ergebnisziele. Ergebnisziele sind Ziele, die ein bestimmtes Ergebnis vorgeben: „Bis zur Badesaison habe ich drei Kilo abgenommen.“ „Dieses Jahr erhöhen wir den Umsatz um 20%.“  „Dieses Jahr backe ich im Dezember zehn Sorten Weihnachtsplätzchen.“

Ergebnisziele

Solche Ziele sind auch bekannt als SMART-Ziele. SMART ist eine Abkürzung für fünf Kriterien: Sie sind spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Und das klingt doch eigentlich gut. Was soll daran nun falsch sein? Grundsätzlich nichts. Man muss nur wissen, dass solche SMART-Ziele im Allgemeinen überbewertet werden und uns oft mehr behindern als helfen.

Locke und Latham, zwei Organisationspsychologen, haben in den 80er- und 90er-Jahren intensiv über das Thema Ziele geforscht. Sie waren die ersten, die die SMART-Ziele formuliert haben. Diese Ziele gelten bis heute als goldener Standard in der Literatur über Ziele. Allerdings wird oft übersehen, dass SMART-Ziele nur unter bestimmten Bedingungen hilfreich sein können. Folgende Kriterien wollen erfüllt sein: Die Aufgabe muss einfach strukturiert sein; es sollte sich um ein ergebnisbezogenes Sachthema handeln; die Strategie ist klar; alle Beteiligten sind hochmotiviert; es darf keine Zielkonflikte geben. Also Kriterien, welche nur in seltenen Situationen zutreffen. In der Fachliteratur zu diesem Thema wird man bis heute kaum ein Buch oder einen Artikel finden, in dem nicht auch die Beschreibung der SMART-Ziele enthalten ist.

Die SMART-Ziele sind definitiv nicht für komplexe Veränderungsszenarien geeignet, bei denen es möglicherweise Motivkonflikte gibt. Diese Art von Situation ist selten einfach strukturiert und es gibt viele Wechselwirkungen.  Das Ziel ist schließlich, dein Leben, dein Verhalten und deine Einstellung zu verändern – etwas, das sehr anspruchsvoll ist.

Aber wenn Du dich erfolgreich verändern willst, solltest Du die SMART-Ziele besser vergessen.

Haltungsziele

Haltungsziele sind vor allem dann wichtig, wenn ich eine mentale Veränderung anstrebe. Also z.B. ein bestimmtes Mindset entwickeln oder abnehmen möchte. Die Formulierung sollte in dem Fall bildhaft sein und sich positiv auswirken, sodass ich mir das erstrebte Ziel vorstellen kann. Bei der Umsetzung hilft es mir, wenn ich mein Haltungsziel laut ausspreche oder es notiere und immer wieder vor Augen führe – zum Beispiel: „Ich lebe mit Leichtigkeit“ oder „Ich lebe gesund“.

Haltungsziele aktivieren in dir ein positives Bild, das motivierend wirkt. Denn sie sprechen die eigene innere Haltung an – und es ist genau diese Haltung, an der Veränderungen häufig scheitern. Im Coaching arbeite ich dabei oft mit Bildkarten, die Gefühle zum Ausdruck bringen, um so an innere Motive heranzukommen. Diese Bilder verbinden wir mit bewussten Haltungszielen. Das Ergebnis ist ein Satz, der diese Haltung widerspiegelt. Und schließlich geht es in einem Umsetzungsprozess darum, sich diesen Satz vollkommen zu verinnerlichen und ihn mit einem konkreten Handlungsziel zu verknüpfen – was natürlich seine Zeit braucht, aber am Ende effektiv ist, weil du dadurch gleichzeitig bewusste und unbewusste Ebenen in dir ansprichst.

Handlungsziele

Ergebnisziele beziehen sich immer auf ein konkretes Ergebnis, das ich erreichen will. Beispielsweise die Formulierung: „Ich will 5 Kilo abnehmen.“

Handlungsziele dagegen beziehen sich auf eine bestimmte Aktion, eine konkrete Handlung, die ich vollziehen möchte, um mein Ziel zu erreichen. So formuliere ich beispielsweise: „Um 5 Kilo abzunehmen gehe ich jeden Tag joggen.“

Fazit

Es bietet sich an, sich kurz mit einem Ergebnisziel gedanklich zu beschäftigen. Dieses dann auf die Seite zu legen, wohl wissend, dass es uns nicht weiterbringt. Ergebnisziele sind Wünsche und Träume.

Dann überlegst du dir ein Haltungsziel, dass dir a) gefällt und sich b) stimmig anfühlt, quasi als Mantra. Um das Unbewusste und Unwillkürliche miteinzubeziehen, hilft es, diesen Haltungssatz visuell zu ankern. Übrigens, im „Züricher Ressourcen Model“ nennt man das auch Motto-Ziele und hier findest du das ZRM® Online Tool, mit dem du eine neue Haltung entwickeln kannst.

Dann gilt es Handlungsziele zu definieren, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, das „Ziel“ zu erreichen. Bedenke, jede Handlung ist ein Experiment und hat immer das richtige Ergebnis. Bist du mit dem Ergebnis nicht zufrieden, dann ändere das Experiment.

PS:
hier mein E-Book „8 Schritte wie man Ziele setzt und sie erreicht.“

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