Achtsamkeit | Happiness | Stress

Ich habe nichts

Der Mond spiegelt sich im stillen Wasser eines Sees, doch er ist sich dessen nicht bewusst. Gleichermaßen weiss der See nicht, dass er das Bild des Mondes reflektiert. Doch sowohl der Mond als auch der See sowie das Spiegelbild existieren. Das ist Zen – das Gewahrsein einer erhabenen Wahrheit, die subtil und abstrakt ist.

Zen ist keine Theorie oder Wissenschaft. Es ist auch keine Religion, kein Glaube mit strikten Dogmen. Es handelt sich vielmehr um eine Philosophie, die durch praktische Erfahrung gelebt wird. Es gibt einige Prinzipien im Zen-Buddhismus, die die Lebensweise und den Alltag bestimmen. Lass’ dich vielleicht von den folgenden Prinzipien inspirieren, um ein bisschen Zen in dein Leben zu integrieren.

Das Wort «Zen» bezeichnet laut Cambridge Dictionary die Fähigkeit einer Person, angesichts von Schwierigkeiten ruhig und entspannt zu bleiben und sich nicht um Dinge zu sorgen, die ausserhalb ihrer Kontrolle liegen.

Die Frage ist, wie macht sie das?

Lass’ uns gleich eintauchen:

Nicht im Detail ersaufen

Zen-Fans denken in grösseren Zusammenhängen. Das bedeutet, dass sie sich nicht über unbedeutende, unwichtige Dinge aufregen, die auf lange Sicht keine Rolle spielen.

Hier einige Beispiele für unbedeutende Dinge, die die meisten von uns in unserem täglichen Leben beeinflussen:

  • Unvorhergesehene Ausgaben
  • Ein schrecklich verlaufenes Date
  • Ein negativer Kommentar, den ein Kollege über uns gemacht hat
  • Ein Fehler, den wir bei der Arbeit gemacht haben

Die meisten Dinge, die wir im Moment als Probleme bezeichnen, werden nächstes Jahr, nächsten Monat und wahrscheinlich nicht einmal nächste Woche noch eine Rolle spielen. Zen-Denker erkennen das und stellen sicher, dass sie immer das grosse Ganze im Blick haben.

Tipp: Lass’ dich nicht durch die unangenehmen Details des täglichen Lebens ertränken. Denke daran, dass sie dein Glück auf lange Sicht nicht beeinträchtigen werden. Lächle und geh weiter.

In jeder Schwierigkeit sucht man nach einer wertvollen Lektion

Wenn es darum geht, Rückschlägen und Schwierigkeiten zu begegnen, haben Zen-Menschen folgendes Motto:

Warum in Panik geraten, anstatt zu lernen?

Bei Schwierigkeiten bewahren sie einen kühlen Kopf und suchen nach einer nützlichen Lektion, die sie daraus ziehen können. Zum Beispiel könntest du denken:

  • Die Konsequenzen der Trennung werden dich stärken.
  • Das schlecht verlaufene Vorstellungsgespräch könnte dir lehren, bei den nächsten besser vorbereitet zu sein.
  • Die unvorhergesehenen Ausgaben laden dich ein, deine persönlichen Finanzen klüger zu verwalten.

Manche unangenehme Dinge, die immer zum falschen Zeitpunkt auftauchen, kannst du nicht kontrollieren oder verhindern. Was du tun kannst, ist zu wählen, wie du darauf reagierst, wie du damit umgehst. Du kannst dich entweder in eine Ecke setzen, heulen wie ein Schlosshund und dich von Stress und Traurigkeit fertig machen lassen oder du könntest ruhig bleiben, weitermachen und jeden Rückschlag als eine Gelegenheit sehen, etwas Neues zu lernen.

Tipp: Wir alle haben im Laufe unseres Lebens mit Rückschlägen und Schwierigkeiten zu kämpfen – das nennt man leben. Wann immer sich dir Schwierigkeiten in den Weg legen, schicke die Panik ins Museum. Das Leben ist unfair ist und bisher hast du doch auch alles hingekriegt. Und denke: Danke für diese wertvolle Lektion, die mir das Leben angeboten hat.

Verbesserung statt Perfektion

Ich empfehle gerne, die beste Version von sich selbst zu werden, ohne jedoch in die Falle zu tappen, nach Perfektion zu streben. Das wäre ein aussichtsloser Kampf, da die ständige Jagd nach dem Schreckgespenst der Perfektion dich mit Stress und Ängsten überfluten würde – dies könnte dabei sogar deine geistige und körperliche Gesundheit beeinträchtigen. Niemand ist perfekt und es ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Tipp: Perfektion ist hässlich und schlecht für dein Wohlbefinden. Du wirst nie perfekt sein (und das ist in Ordnung, denn niemand sonst wird es jemals sein), aber du kannst die beste Version von dir selbst werden.

Akzeptieren

Aktuell ist das Leben zum Teil beschissen. Und zwar richtig: Lockdown, Lockerungen und/oder Notbremsen. Nun ja, aber neue Worte haben wir geschaffen, von «A» wie «Aerosole» bis «Z» wie «Zweite Welle».

Was ich meine, ist, dass das Leben und die Zukunft unvorhersehbar sind. Man hatte bestimmte Ziele und Pläne und eine Vorstellung davon, wo man hinwollte, und dann passierte das Leben, und alles änderte sich. Das Frustrierende daran ist, dass man nicht verhindern kann, dass sich das Leben so entfaltet, wie es sich entfaltet.

Nancy Colier:

«In unserer Kultur ist Akzeptanz etwas für die Sanftmütigen, für Verlierer. Es ist das, was wir tun, wenn wir bei allem anderen versagt haben. Wir sehen Akzeptanz als eine Wahl ohne Wahl, ein entmündigendes und deprimierendes Ende einer verlorenen Schlacht. Akzeptanz ist jedoch kein Akt des Versagens. Sie kann, mit dem richtigen Verständnis, als ein Akt des Mutes erlebt werden. Sie ist für diejenigen, die die Kraft haben, sich der Wahrheit zu stellen und sie nicht länger zu leugnen. Es kann in der Tat ein erster Schritt in einem Prozess von echtem Erfolg und Bewegung sein.»

Tipp: Je mehr man versucht, die Dinge zu ändern, die man nicht kontrollieren kann oder je mehr man darüber sinniert, wie ungerecht das Leben ist, desto mehr Stress, Traurigkeit und Frustration lädst du in dein Leben ein. Akzeptieren, was man nicht ändern kann und sich konzentrieren auf die Dinge, die du ändern kannst.

In einer Welt, in welcher der Stress allgegenwärtig ist, in der Menschen von Erfolg und Produktivität besessen sind und sich über jede kleine Unannehmlichkeit, die ihnen in die Quere kommt, beschweren, könnte «Zen» eine wertvolle Fähigkeit sein, die man sich aneignen kann. Denn, du weisst ja, du bist dein eigener «Lebensveranstalter».

Schüler: «Ich habe nichts.»
Meister: «Dann wirf es weg.»

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