Nur in einem ruhigen Teich…

Spiegelt sich das Licht der Sterne.

Aus China

Oft höre ich „ich denke zu viel“, „das geht mir nicht aus dem Kopf“, oder „ich brauche dringend Urlaub.“

Diese Gedanken sind ziemlich verbreitet. Denken, an und für sich, ist nicht das Problem, wird nur hinderlich, wenn sich ständig die gleiche Geschichte breit macht und uns gefangen hält – zigmal im Tagesverlauf und sogar noch, wenn wir am Abend das Licht gelöscht haben.

Unsere Gedanken springen von einem zum anderen, über Stock und Stein. Unser Verstand sucht Ablenkung und/oder vermeidet Schwierigkeiten. Wir können uns nicht fokussieren, wir sind nicht wirklich präsent, wir fühlen den Drang, ständig etwas zu tun. Es sind Aktivitäten die uns unfrei machen, wir sind hektisch und haben keine Zeit.

Die Antwort, die ich für mich gefunden habe, ist: In der Ruhe liegt die Kraft. Finde die Stille!

Unsere mentalen Prozesse – hin- und herspringen und die Geschichten, die wir uns mehrfach erzählen, brauchen uns in der Tat nicht zu beunruhigen. Das ist nicht nur normal, ich denke es ist einfach menschlich und doch bereit es uns Unbehagen.

Einen Moment der Stille

Nehmen Sie sich eine Minute in der Hektik des Tages und versuchen Sie folgendes:

⇒ Sitzen Sie still, vielleicht schliessen Sie die Augen für einen Moment oder schauen auf eine Wand oder in die Natur.

⇒ Nehmen Sie sich diesen Moment und beurteilen Sie Ihren Zustand. Wie fühlen Sie sich? Sind Sie müde, ängstlich, frustriert, ruhig, glücklich? Wo sind Sie in Ihrer Gefühlswelt?

⇒ Analysieren Sie, wie Sie sich verhalten haben (im Prinzip oder in der letzten Stunde) – haben Sie sich abgelenkt oder waren Sie einfach geschäftig um der Aktivität willens? Fokussiert oder Aufschieberitis? Zaudernd, ängstlich oder irritiert? Sind Sie gut drauf?

⇒ Bleiben Sie bei diesem(n) Gefühl(en) für den Moment, neugierig als Beobachter und wertfrei.

⇒ Analysieren Sie die Ursache des Gefühls, entdecken Sie das geistige Muster, das hinter dem Gefühl steht (stand). Wenn Sie sich frustriert fühlen, ist es die ärgerliche Geschichte, die immer wieder auftaucht? Sind Sie zaudernd, liegt es an einer versteckten Ängstlichkeit, mögen Sie das Ergebnis nicht? Fühlen Sie sich niedergeschlagen, weil Sie Ihre Situation mit einem Ziel vergleichen, welches aktuell nicht erreichbar ist?

⇒ Konzentrieren Sie sich einen Moment auf Ihren Körper. Wie fühlt er sich an? Welche Empfindungen spüren Sie im Kopf, am Hals, in den Armen, Händen, im Rücken, den Hüften, im Po, in den Beinen und Füssen?

⇒ Können Sie Wertschätzung fühlen? Können Sie Liebe und Lebens-Passion fühlen, beziehungsweise sich als Möglichkeit vorstellen – für sich oder andere?

Nicht alles müssen Sie in einem Moment der Stille durchleben aber Sie könnten, liegt an Ihnen. Finden Sie heraus, welche Gedanken Ihnen gut tun. Ein paar Mal tief und ruhig durchatmen und dann geben Sie sich die Erlaubnis zur Arbeit oder was immer Sie gerade beschäftig hat, zurückzukehren.

Stille kultivieren

Es war nur eine Minute, die wiederkehrenden Geschichten/Gedanken waren für einen Moment auf Eis gelegt. Man kann die Minute der Ruhe nutzen. Sie reduziert, sich beschäftigt zu fühlen, führt zu mehr Ruhe und Gelassenheit, führt zu mehr Achtsamkeit und Wertschätzung.

Sie haben gerade eine Minute meditiert.

⇒ Planen Sie diese eine oder zwei Minuten, losgelöst von Handy, Computer etc., mehrmals während des Tages ein. Vielleicht gehen Sie zum Fenster und lassen den Blick schweifen. Das meiste, was Sie sehen, wird Sie überleben.

⇒ Finden Sie ein paar Minuten, um etwas zu lesen. Nicht die Zeitung, sondern ein Buch, auch eine E-Buch ist erlaubt.

⇒ Trinken Sie einen Tee oder Kaffee. Einfach nur trinken, den Geruch, Geschmack, die Wärme, zelebrieren Sie das Getränk, als wäre es das erste in Ihrem Leben.

⇒ Stehen und strecken Sie sich und bedenken Sie, in welcher faszinierenden Maschine sich Ihr Geist befindet. Selbst Ihre Verdauung läuft automatisch und perfekt ab.

⇒ Gehen Sie spazieren, wenn auch nur für 5 Minuten. Das ist technisch gesehen nicht unbedingt „Stille“ aber Bewegung tut Ihnen gut und hilft, zu lernen, weniger abgelenkt zu sein.

Wenn Sie Ihr Geist links überholt, sie feststellen dass Sie sich ablenken lassen (um der Aktivität willens), Sie Zaudern oder Stress, Ärger oder Groll fühlen, dann erlauben Sie sich einen Moment der Stille.

Und in dieser Stille können wir die Wunder der Welt und unseres Lebens wertschätzend zur Kenntnis nehmen – anstatt alles als Selbstverständlichkeit zu sehen.

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