Vergnügen versus Glücklichsein

Vergnügung, Freude, Genuss, Lust, Gefallen, Behagen, Spass, Wonne, Pläsir.

Glück, Zufriedenheit, Fröhlichkeit, Glücksgefühl, Glückseligkeit, Lebensglück, Erfüllung.

Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

Voltaire

Vergnügen ist kurzfristig, macht süchtig und ist egoistisch. Es wird genommen und nicht gegeben. Es initiiert Dopamin.

Glücklichsein ist langfristig, additiv und grosszügig. Es wird gegeben und nicht genommen. Es initiiert Serotonin.

Das ist nicht nur einfach Semantik. Es ist eine wesentlicher und fundamentaler Unterschied in unserer Hirn-Verdrahtung der Nervenzellen[2], die durch Synapsen entsteht. Vergnügen und Glücklichsein fühlen sich austauschbar – als Substitute –  an, die uns das Gleiche geben, aber sie sind es nicht. Kurzfristig mögen sie verwechselt werden, aber langfristig sind es zwei paar Stiefel.

Beides sind kulturelle Konstrukte. Beide werden gefüttert nicht nur durch direkten physischen Input (chemisch, Krankheit) sondern durch Kultur, dem Lärm der Vergleiche und unseren Geschichten.

Marketing verkauft uns Vergnügen. Eine Abkürzung für leichte, sich wiederholende Umsätze. Jemanden verführt zu haben, einen Kick aus Koffein, Tabak, Video oder Zucker zu erleben geben, ist ein Geschäftsmodell. Social Media initiiert Dopamin-Spritzen durch Angstmache und Ärger und kurzfristige (digitale) Verbundenheit und kreiert damit eine neue Form von Sucht.

Auf der anderen Seite, Glücklichsein ist etwas, was schwierig einzukaufen ist. Sie bedingt Geduld, Planung und Selbstvertrauen. Kinder finden Glücklichsein in ihrem gemütlichen, stressfreien, und nicht den Erwartungen der anderen entsprechenden Weltbild. Aber als Erwachsene finden wir Glücklichsein wahrscheinlicher, wenn wir ausgereifte und weise Serien von Entscheidungen treffen, die überwiegend auf Interaktion und Grosszügigkeit aufbauen und mit dem kurzfristigen Dopamin Befriedigungen nichts gemein haben.

Mehr als zuvor kontrollieren wir unseren Geist heute mit dem, was wir ihm zur Verfügung stellen. Wenn man Müll hineinsteckt, kommt auch Müll heraus. Die Wahl der Medien, unsere Interaktionen, unsere Geschichten und unser Denken führen zu unserem Erleben der Welt. Minderwertiger Input führt zu Erzählungen, die mit unserem Verlangen nach Dopamin zu einer unbefriedigenden Geschichte werden.

Wie könnte es anders sein?

Kratzen bei einem Juckreiz ist der Weg zum Vergnügen. Lernen, mit einem Juckreiz produktiv umzugehen (zu leben), ist Teil des Glücks.

[1] Inspiriert Seth Godin
[2] Schätzungen nach besteht unser Hirn aus knapp 100 Milliarden (100.000.000.000) Nervenzellen (Neuronen). In 1897 prägte Charles S. Sherrington den Begriff „Synapse“ für die Verknüpfungen zwischen Neuronen. Ein einzelnes Neuron hat zwischen 1 und (je nach Quelle) bis zu 30.000 und mehr  Synapsen.

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