Effizienz entsteht,
Guten Morgen
Das hier ist Teil 3 von 8 meiner kleinen Serie „selbstbestimmt leben“.
Falls du die vorherigen Teile verpasst hast:
[Teil 1]
[Teil 2]
Heute gehen wir dorthin, wo es wehtun könnte: in die Lücke zwischen Wissen und Handeln.
Vielleicht kennst du das: Du hast jetzt (nach den ersten zwei Mails) eine klarere Vorstellung davon, was dir in deinem Leben wichtig ist. Und trotzdem ertappst du dich im entscheidenden Moment im Alltag dabei, wie du wieder nur automatisch funktionierst.
Du sagst „Ja“, obwohl sich alles in dir zusammenzieht. Du übergehst deine inneren Grenzen, erledigst Dinge für andere und hältst damit das System am Laufen.
Warum ist es so verdammt schwer, das eigene Verhalten tatsächlich zu ändern, obwohl man es doch mental besser weiß?
Weil dein aktuelles Verhalten kein Software-Fehler ist. Es ist eine hochentwickelte Schutzstrategie.
Aus hypnosystemischer Sicht kämpft jede Verhaltensänderung gegen die sogenannte Homöostase – den Drang deines Umfelds (und deines eigenen Gehirns), den gewohnten Status Quo um jeden Preis beizubehalten. Für dich einzustehen, bedeutet immer, das gewohnte System – im Innen wie im Aussen – zu irritieren. Und davor hat ein Teil in dir berechtigte Angst.
Zwei Arten von Anpassung
Es gibt in dir die bewusste Kooperation und es gibt die automatische Unterwerfung.
Der Unterschied zeigt sich nicht im äußeren Ergebnis, sondern in deiner inneren Energie.
Wenn du dich anpasst, weil du es in diesem Moment willst, behältst du deine Kraft und Präsenz. Wenn du funktionierst, weil ein Teil in dir unbewusst glaubt, du musst, verlierst du sie.
Selbstbestimmung beginnt genau dort, wo du aufhörst, dein Verhalten mit brutaler Willenskraft umprogrammieren zu wollen, und anfängst, die Dynamik dahinter zu verstehen.
Mini-Übung 1: Die gute Absicht entlarven (3 Minuten)
Wenn du das nächste Mal merkst, dass du nicht für dich eingestanden bist, verurteile dich nicht. Frage dich stattdessen mit kühlem Kopf:
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- Welcher innere Anteil hat hier gerade das Steuer übernommen? (Der Harmoniesüchtige? Der Pflichtbewusste? Der Anpasser?)
- Welche „gute Absicht“ hatte dieses alte Verhalten in diesem Moment für mich? (Schutz vor Konflikten? Sicherung von Anerkennung? Vermeidung von Reibung?)
Sobald du den systemischen Nutzen des alten Verhaltens anerkennst, verliert es seine unbewusste Macht über dich.
Mini-Übung 2: Das versteckte „Ja“ (3 Minuten)
Ein „Nein“ zu den Anforderungen/Erwartungen anderer Menschen ist im selben Moment immer ein Ja zu dir selbst.
Dreh den Spieß bei deiner nächsten inneren Grenze mental um. Bevor du eine Entscheidung triffst, formuliere innerlich nicht, wogegen du kämpfst, sondern wofür du einstehst.
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- Nicht: „Ich will dieses zusätzliche Projekt nicht machen.“
- Sondern: „Ich sage Ja zu meiner freien Zeit am Feierabend, weil sie mich nährt.“
Das verändert deinen inneren Zustand sofort von der Defensive in eine ruhige, kraftvolle Präsenz.
Der Kernsatz
Für sich selbst einzustehen ist kein Akt der Aggression gegen andere. Es ist ein Akt der notwendigen Loyalität gegenüber der eigenen Lebendigkeit.
Reflexionsfrage
Wenn du in den nächsten Tagen in einem einzigen Moment den Mut hättest, absolut loyal zu dir selbst zu sein:
Die Erwartung welches Menschen würdest du in diesem Moment enttäuschen, um dich selbst nicht chronisch zu übergehen?
Und wie fühlt es sich an, wenn du dieser Enttäuschung versuchsweise ihre Daseinsberechtigung erlaubst?
Mit Klarheit
Harry
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