Agieren anstatt reagieren

Sich bewusst zu werden, wann man reagiert und in welchen Situationen man agiert (in einer bestimmten/bewussten Weise handeln) ist lohnenswert. Es ist zwar eine der vielen Verhaltens(ver-)änderungen, die leichter gesagt als getan werden, aber man kann es lernen und es wird vor allem mit positiven Grundgefühlen grossartig belohnt.

In einer Situation, in einer bestimmten Weise zu handeln, also zu agieren, steht für „im Moment mit sich achtsam zu sein“: Sich seiner Gedanken und Gefühle bewusst zu sein. Bedeutet, in einer Situation innehalten, überlegen, erwägen und sich fragen: welche Handlung oder Antwort würde am besten zu mir passen? Gerade in Augenblicken, die sich eher unangenehm anfühlen oder gar einen aggressiven Unterton erkennen lassen, mag uns das schwer fallen.

Agieren heisst, sein Verhalten „zu wählen“, reagieren ist jedoch, als ob jemand im Hirn einen Knopf gedrückt hätte, der das Denken ausschaltet. Letzteres führt oft zu unerwünschten Entwicklungen in Beziehungen.

Was gibt uns agieren?

⇒ Es gibt uns ein Gefühl der Kraft

⇒ Es gibt uns ein Erfolgserlebnis

⇒ Es gibt uns die Energie zu beeinflussen, also uns selbst und die Situation in Kontrolle zu haben

⇒ Es gibt uns Gelassenheit im Moment

⇒ Es erhöht unser Selbstwertgefühl

Belohnungen fürs Agieren werden sowohl im Privat- wie auch im Berufsleben eingesammelt. Zeit, Geduld und das Wissen und Verständnis, dass jegliches Lernen auf Fehler (-machen) aufbaut, unterstützt unsere Verhaltensänderung.

Spielarten des Reagierens

Manchmal kann der durch spontane Reaktionen verursachte Schaden nicht rückgängig gemacht werden, z.B. in Situationen, in denen ein guter erster Eindruck entscheidend ist. Im Vorstellungsgespräch überzureagieren oder ohne Reflexion zu reagieren kann die Einladung zum zweiten Interview verhindern.

Dann gibt es Reaktionen, die sich mit der Überschrift „Angriff ist die beste Verteidigung“ beschreiben lassen. Wenn angegriffen, bietet es sich immer an, zu reflektieren und dann zu agieren, anstatt offensiv zu reagieren. Offensive Ergebnisse sind selten jene, die erwünscht sind.

Andere lieben es, Situationen zu kreieren mit: Je grösser, je lauter und je mehr Dramatik, umso besser. Das sind jene, die das Chaos lieben. Dramatische Events geben ihnen die Möglichkeit, die Situation zu kontrollieren. In diesen Fällen empfiehlt sich der Rückzug.

Doch in Gefahrenmomenten helfen uns unsere intuitiven Reaktionen – diese sind hier nicht gemeint.

Jeder kennt bestimmte Beziehungs- oder Situationsmomente, die uns überreagieren oder schlicht falsch reagieren lassen. Stress, überbeschäftigt sein und/oder unter Hetze leiden vergrössern unsere Chance, ins Fettnäpfchen zu treten und ohne Reflexion zu reagieren. Während, wenn man entspannt ist, Gelassenheit übt und sich einen Moment Zeit nimmt, ist man in der Lage, die Reaktions-Optionen zu analysieren und sich für die passende Verhaltensweise zu entscheiden. Man hat die Wahl und damit die Kontrolle.

Erfahrungen, Annahmen, (Vor-)Urteile und Überzeugungen sind die Eltern unserer Reaktionen, die uns einschränken. Wir haben die Fähigkeit, uns zu ändern und dabei zu wachsen. Selbstbeobachtung, Achtsamkeit für sich, Wunsch nach persönlichem Wachstum und unsere persönliche Entwicklungsarbeit helfen uns, Auslöser für Reaktionen zu erkennen, ihre Herkunft zu analysieren und zu lernen, wie wir sie in den Griff bekommen.

Mit Unterstützung und Ermutigung durch einen Coach oder entsprechend trainierten Profis fällt es einfacher, sich in Hinblick auf das „Reagieren“ softwareseitig neu zu programmieren – ein Geschenk, das die Lebensqualität erhöht.

8 Gedanken, um reagieren in agieren zu wandeln

⇒ Sich engagieren und mit dem Gedanken anfreunden, das automatische, reaktive Verhalten zu ändern. Akzeptieren, dass es Zeit und Geduld mit sich selbst verlangt, bevor es unbewusste Kompetenz wird.

⇒ Beobachten und realisieren, auf was man genau reagiert, was die automatische Reaktion auslöst. Das kann in bestimmten Konversationen stattfinden: Lag es am Thema, an der Person oder, dass ich mich ignoriert oder unterbrochen fühlte?

⇒ Was war es genau, was war speziell? War es der Ton, die Art und Weise des Umgangs mit mir, die Wortwahl, die Botschaft oder die Körpersprache? Es ist hilfreich, die Antworten auf diese Fragen, vielleicht in einem Journal, schriftlich festzuhalten.

⇒ Wie hätte es sich entwickelt oder angehört, wenn ich mich anders verhalten hätte?

⇒ Einen Moment innehalten und ergründen aller Optionen, die zur Verfügung stehen.

⇒ Wie kann ich mir in solchen Momenten eine Pause schaffen, um mein Reagieren in den Griff zu bekommen?

⇒ Ist es möglich, den Raum zu verlassen, um Rückruf zu einem anderen Zeitpunkt zu bitten, ein paar tiefe Atemzüge einzubauen oder mit klarer Stimme und Selbstrespekt zu sagen: „Ich will darüber nachdenken, ich melde mich morgen“?

⇒ Meine für mich beste Strategie herausfinden, um blosses „Reagieren“ möglichst zu vermeiden.

Agieren anstatt zu reagieren gibt Ihnen:

Die Wahl: Nachdem Sie sich die Zeit genommen haben (wir sprechen von Sekunden), über die Situation reflektiert haben, haben Sie immer mehrere Option und nicht nur die „Reaktions-Option“.

Die Kraft: Reines Reagieren vermeiden und abwarten, bis man (kreativ) agieren (antworten) kann, erhöht die Achtung, die man erfährt.

Weniger Stress: Sich Zeit einkaufen, um eine konstruktive Wahl zu treffen, reduziert Stress.

Ruhe: Erkennen, wie ich in Situationen, die mich in der Vergangenheit zum Reagieren brachten, nun agiere, gibt mir Ruhe und inneren Frieden in meinem Leben.

Mehr Selbst-Wertschätzung: Mit dem Schritt auf der Leiter nach oben zu persönlichem Wachstum und eigener Entwicklung, erhöht sich automatisch das Selbstwertgefühl.

Mehr Kontrolle: Wer nachdenkt und fragt, der führt und hat die Kontrolle.

 

Letztendlich handelt es sich bei der Frage „Agieren oder Reagieren?“ um Kommunikation. Im E-Kurs „Besser Zuhören – Besser Kommunizieren“ geht es genau um dieses Thema. Es ist eine 30-Tage-Challenge und die ersten 6 Tage sind kostenfrei, damit Sie herausfinden können, ob es Ihnen ein Investment wert ist, Kommunikation wieder einmal bewusst, bei sich selbst und bei anderen, unter die Lupe zu nehmen.

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