Gewohnheit oder Sucht? (Teil II)

Photo: Jeremy Perkins

 

Dies ist der zweite Teil zum Thema Gewohnheiten mit verstecktem Hinweis auf die alljährlichen Neujahrsvorsätze. Den ersten Teil finden Sie hier.

Im ersten Teil hatten wir zwei grundlegende Wahrheiten im Hinblick auf Gewohnheiten untersucht, nämlich, dass Verhaltensänderung als Entscheidung leider noch sicherstellt, dass es mit der nachhaltigen Umsetzung klappt. Und zweitens, dass, und auch hier machen wir uns gerne etwas vor, nur Veränderungen, die wir wirklich wollen, von uns erfolgreich umgesetzt werden können. Danach, das ist meine Überzeugung, bedingen Verhaltensänderungen erst mal ein Verständnis über Gewohnheits-Prinzipien: Wie Gewohnheiten entstehen, welchen Nutzen sie haben und welches die Widerstände sind, die es so schwierig machen, den volksmundigen „Inneren Schweinhund“ zu überwinden. Der Schweinehund kommt immer erst ins Spiel, wenn wir schlechte Gewohnheiten ändern oder abschaffen wollen.

Die meisten unserer Gewohnheiten sind in der Tat gut für uns. Zähne putzen, rechts vor links, Hände waschen oder bei Tisch nicht rülpsen sind einige triviale Beispiele – und doch, alle Gewohnheiten haben einiges gemein, und schon das Synonym „Angewohnheit“ gibt uns einen Hinweis, dass wir uns unsere Gewohnheiten angeeignet haben. Was wir uns aneignen können, können wir auch eliminieren, zumindest, wenn wir wirklich wollen (Wahrheit 2). Wie das erfolgreich umgesetzt werden kann, ist der Inhalt des Kurses „Gewohnheiten: Schlechte eliminieren und Gute nachhaltig kreieren“ ab Januar 2018.

Definition „Gewohnheit“ im Duden:

„Durch häufige und stete Wiederholung selbstverständlich gewordene Handlung, Haltung, Eigenheit; etwas oft nur noch mechanisch (Anmerkung: automatisch) oder unbewusst Ausgeführtes.“

Ihr Autor ist staatlich anerkannter Feind des trivialen Autopiloten und gleichzeitig der Meinung, ohne Autopilot ginge fast gar nichts – aber es geht eben darum, den Autopiloten richtig zu bedienen und zu trainieren. Jegliche autopilotische Handlung oder Denke hat folgende Lebensgeschichte: Von der unbewussten Inkompetenz zur bewussten Inkompetenz, zur bewussten Kompetenz (Aussenspiegel, kuppeln, runterschalten, Innenspiegel, Blinker etc. in der Fahrprüfung) und mit Übung zur unbewussten Kompetenz – das können Sie bei der nächsten Autofahrt beobachten. Beim Golfspielen dauert es länger mit der unbewussten Kompetenz.

Der Autopilot wohnt im Unbewussten, angenehm warm und gemütlich ist es da – und eines ist klar: alles ist ok und verändern will der Autopilot nichts, rein gar nichts. „Das haben wir doch schon immer so gemacht!“, ist sein Lebensmotto.

Alle Gewohnheiten laufen mehr oder weniger automatisch ab und wir wissen, diese automatischen Verhalten/Glaubenssätze verstecken sich im limbischen System (Reptilienhirn) unseres Hirns: Wir nennen dies das Unterbewusstsein. Unser Unterbewusstsein ist nicht wirklich logisch, im Unterbewusstsein geht es um Gefühle. Hier finden sich die Quellen der Liebe, des Verlangens, der Ängste, der Eifersucht, Traurigkeit, Freude, des Ärgers etc. Unser Unterbewusstsein motiviert unsere Emotionen und Bedürfnisse.

Wenn Sie zum Beispiel entscheiden, Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, ist dies eine bewusste Entscheidung, die ihre Quelle im präfrontalen Kortex (unser Ratio) findet. Die Bedürfnisse des Unterbewusstseins lassen sich mit einer solchen Entscheidung nicht beeindrucken, denn unser Unterbewusstsein lässt sich nicht mikro-managen. Ganz im Gegenteil, mit der rationalen Entscheidung haben wir ungewollt einen internen Konflikt geschaffen. Sie wollen weniger trinken, aber am Abend zur Apéro- (Cocktail-) Zeit besteht der Wunsch für den Drink, selbst bei der Vernissage gibt es die Verführung und man fühlt sich eines Genusses beraubt, wenn man das Glas Wasser oder den Orangensaft an der Bar bestellt.

Unterbewusstsein (Substantiv):
die Gedanken und Gefühle, die man hat aber die man nicht bewusst wahrnimmt.

Bewusst (Adjektiv):
1. So, dass man die Realität und die Konsequenzen von etwas erkennt.
2. So, dass man etwas mit voller Absicht tut.

Bewusstsein (Substantiv):
1. Der Zustand, dass ein Mensch mit allen Sinnen seine Umgebung erkennt.
2. Die Fähigkeit, mit dem Verstand (bewusst) und den Sinnen die Umwelt zu erkennen und zu verarbeiten.

Bewusste oder unbewusste Gedanken?

Bedürfnisse und Verlangen entstehen im Unterbewusstsein. Studien bestätigen, wir haben zwei unterschiedliche kognitive (Denk-) Systeme – bewusstes Denken und unbewusstes Denken – und – das Unterbewusstsein kann lernen und sich erinnern. Darin liegt unsere Chance, Gewohnheiten nachhaltig zu ändern. Die Anleitung zur Umsetzung wird der Inhalt meines neuen Kurses sein.

Wir gehen Hand in Hand mit unserem bewussten (explizitem) Denken. Bewusstes Lernen, zum Beispiel, bedingt unsere Aufmerksamkeit, die intellektuelle Fähigkeit, Information oder Procedere zu verarbeiten, Ergebnisse und Schlussfolgerungen im Gedächtnis zu speichern und letztendlich zu artikulieren. Wenn wir in unserem Leben etwas ändern wollen, dann beginnt dies normalerweise mit einer bewussten Entscheidung – und doch, manche unserer Gewohnheiten (vor allem die, die wir nicht mögen) sind alles andere als eine bewusste Wahl. Wir wollen eine (lang eingeübtes Verhalten) Gewohnheit ändern und es ist beinahe unmöglich (Ausnahmen bestätigen die Regel und bestätigen, dass es möglich ist) bei der Entscheidung zu stehen und sie durchzuziehen, ganz einfach, weil das Memo, die Anweisung, beim Unterbewusstsein nicht ankam.

Unbewusstes Lernen entsteht automatisch und ohne Intervention durch Erfahrungen, Beobachtungen, Konditionierungen und wiederholte Praxis. Alkohol ist ein gutes Beispiel. Wir sind konditioniert zu glauben, dass wir Alkohol geniessen. Wir denken, es hilft im sozialen Umgang und reduziert Langeweile und Stress. Dies glauben wir tief im Unterbewusstsein. Das ist der Grund warum, selbst wenn wir zu dem bewussten Schluss kommen, dass Alkohol mehr nimmt als gibt (denken Sie an alle Unfälle, deren Ursache Alkohol war), wir uns trotzdem auf den Drink freuen.

Unser Unterbewusstsein ist nicht logisch oder rational – deshalb ist es so schwierig, die schlechten Gewohnheiten, die nun mal im Unterbewusstsein zu Hause sind, abzuschaffen oder zu verändern. Betrachten wir eine einfache Definition für Abhängigkeit (Sucht):

„Unter Abhängigkeit oder Sucht versteht man das Bedürfnis bzw. den unwiderstehlichen Drang nach einem bestimmten Stimulus und ihm nachgibt, obwohl man weiss, dass er (einem) Schaden zufügt.“

Unsere schlechten Gewohnheiten fügen uns (oder?) Schaden zu und es fällt uns trotzdem schwer, uns von ihnen zu  lösen – oder, mehr Bewegung wäre gut für uns und wir geniessen und beobachten lieber den Sonnenuntergang, genüsslich auf der Couch sitzend.

Vorsätze für das neue Jahr schwirren uns bereits durch den Kopf, die Motiva(k)tion (Dank für diese Wortschöpfung an P.S.), so scheint uns, ist mit vollem Optimismus parat. Es ist doch nur eine Frage der Willensstärke, den einen ist sie angeboren und die anderen sind halt so, wie sie sind. An dieser Stelle bietet es sich an, die Wahrheit III einzuführen: Unsere Willensstärke ist wie ein Muskel, kann zwar trainiert werden, aber braucht sich schneller auf, als wir oftmals glauben. Wenn die Willensstärke-Batterie durch Ärger, Stress, Tagesgeschäft etc., aufgebraucht ist, dann muss sie in die Ladestadion, neben dem Tesla parken. Das Aufladen funktioniert bei uns am besten beim Schlafen, wie wir alle nachvollziehen können. Unser Optimismus, was wir alles im Laufe des Tages erledigen werden, ist am frühen Morgen deshalb ungebrochen.

Dass unser Unterbewusstsein die Zügel in der Hand hat und unser Bewusstsein beeinflusst, lässt sich einfach testen. Erinnern Sie sich an einen Tag, an dem Sie sich, ohne genau zu wissen warum, schlecht (der Klarheit wegen: beschissen) fühlten. Die Ursache war nicht zu ergründen, Sie fühlten sich einfach mürrisch. Wenn der bewusste Geist (präfrontaler Kortex) dies beeinflussen könnte, dann könnten wir einfach denken, „Ich bin glücklich und alles ist ok!“, und die Stimmung sollte sogleich von mürrisch auf himmelhoch jauchzend umschalten. Hat dies funktioniert?

Wenn man schlecht drauf ist, hilft der Gedanke mit dem Ziel, einfach glücklich zu sein oder schlimmer, ein Aussenstehender sagt uns, „reiss dich zusammen, don’t worry, be happy“, hilft uns kaum, die Emotion in den Griff zu bekommen. Zugegeben, mit Training (hier hilft Meditation) kann man den bewussten Geist so entwickeln, dass er das Unbewusste in die Schranken weist – und dies führt in der Wiederholung letztendlich zur Fähigkeit, das Unbewusste und damit die Emotionen zu beeinflussen.

Sie glauben mir nicht? Dann entscheiden Sie sich für den Kurs „Gewohnheiten nachhaltig ändern“.-  schlechte Gewohnheiten eliminieren und Gute nachhaltig kreieren“ im Januar. Wenn Sie die 30 Tage Challenge absolviert haben, die Aufgaben und Tipps und Tricks kennengelernt haben und mir immer noch nicht glauben, dann erhalten Sie Ihre Kurskosten zurückerstattet.

Alle meine Kunden haben Wege für sich gefunden, ihre Gewohnheiten nachhaltig zu ändern. Leicht ist es nicht, bedeutet es, während der 30 Tages-Challenge neben Aufwand auch sein Bestes zu geben. Wenn Sie wirklich Gewohnheiten in den Griff bekommen wollen, dann erkennen Sie, dass neben Motivation, Wunschdenken, Willensstärke und sonstigen Widerständen, die Fähigkeit, mit seinen Gewohnheiten umzugehen, sie zu ändern, manche abzuschaffen und neue zu kreieren, die „Königsdisziplin“ auf dem Weg zu einem glücklicheren Leben ist.

 

Aktiv werden

Hat Ihnen der Artikel gefallen?

Abonnieren Sie meinen sonntäglichen Newsletter und erhalten Gedanken und Ideen, die Ihr Leben bereichern können und downloaden Sie „Besser Zuhören – Besser Kommunizieren“.

Sind Sie pro-aktiv? Wenn ja, dann prüfen Sie meine 4-seitige Checkliste wie man Ziele setzt und erreicht.

Hier klicken um die Checkliste jetzt downzuloaden. (p.s. Viel Spass mit dem Autopiloten) und den sonntäglichen Newsletter zu erhalten.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.