ROI – König der Erfolgreichen

Bild: Hilken Chandler – unsplash

Allgemein ist die Hast, weil jeder auf der Flucht vor sich selbst ist.

Friedrich Nietzsche

Blauer Himmel und der Verkehr erträglich. Das Meeting am Morgen war erfolgreich, der Kunde zufrieden und ich hatte drei Stunden frei bis zum nächsten Treffen. Was tun? Moment, mein alter Freund Klaus, Vorstand in einem multinationalen Elektronik-Unternehmen ist nicht weiter als 30 Minuten entfernt: „Hallo Klaus, ich bin‘s. Bin knapp 30 Minuten von Dir entfernt. Hast Du Zeit für einen Kaffee bei Dir?“ Spontan antwortete er: „Klar, für Dich immer!“ (der Schmeichler).

Die Assistentin brachte den Cappuccino und ich sagte: „Du, schon Glück für mich, dass Du gerade heute Zeit hast…“ – Dann passierte es: Er hielt einen Moment inne und mit einem fast väterlichen Schmunzeln und heiterer Gelassenheit, lies er den Satz über die Lippen kommen, der mein Leben nachhaltig verändert hat:

„Weiss Du, wenn ein CEO keine Zeit hat, dann ist er es nicht wert CEO zu sein!“

Ich erfuhr zudem, dass er seine Meetings alle im Stehen abhält, damit sie nicht so lange dauern. Wir jedoch, sassen gemütlich auf Couch und Sessel und tauschten uns aus, hatten wir uns doch Monate nicht gesprochen. Das war 1981.

Der Tag hat ausreichend Stunden, überwiegend sind es 24. Was ich jedoch fast täglich höre ist: „Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit! – Die Tage sind einfach nicht lang genug!“

Wahrscheinlich kennen Sie den Satz. Den murmelt man da oben so vor sich hin. Frustriert durch Terminkalender und To-Do Listen, bei denen die unerledigten Dinge immer wieder auf den nächsten Tag übertragen werden. Wie könnte man seine Zeit planen, sodass man sich sowohl produktiv fühlt und gleichzeitig mit sich zufrieden ist?

Zeit kann man nirgendwo mieten, kaufen oder anderweitig besorgen. Das Angebot an Zeit ist völlig unelastisch. Einerlei, wie hoch die Nachfrage, das Angebot lässt sich nie vermehren.“

Peter Drucker

Warum sind so viele gestresst und haben keine Zeit? Weil sie die Formel,

„(Arbeit geleistet) = (Zeit, die mit der Arbeit verbracht wurde)“,

verinnerlicht haben. Je mehr man, zum Beispiel, ein Thema studiert, umso besser wird man. Manche sind gar stolz, dass sie 60 Stunden die Woche arbeiten und übersehen dabei, was sie damit versäumen. Wie hat es dann aber Scott Young geschafft, das vierjährige MIT (Massachusetts Institute of Technologie) Studium „Computer Science“ in nur 12 Monaten erfolgreich zu absolvieren?

Nun, Scotty kennt Cal Newport und Cal sagt klar, die obige Formel ist unvollständig. Er stellt klar, dass Pseudo-Arbeit nicht identisch mit Arbeit ist. Um unsere Leistung besser zu verstehen, müssen wir die folgende akkuratere Formel verinnerlichen:

„(Arbeit geleistet) = (Zeit, die mit der Arbeit verbracht wurde) x (Intensität der Konzentration).“

Dieser Faktor, die Konzentration, ist das Geheimnis, warum manche Menschen nicht nur Zeit haben, sondern auch Aussergewöhnliches leisten. Wir sind so berieselt, dass wir verlernt haben, konzentriert an einer Sache zu arbeiten oder wie Cal Newport das nennt – „verlernt haben, „Deep Work“ zu tun.“

Wenn sie frustriert und müde sind und denken, dass Ihre Zeit sich Ihrer Kontrolle entzieht, dass alle Versuche sie in den Griff zu bekommen, relativ erfolglos waren, dann können Sie das ab sofort ändern.

Sie müssen sich nur angewöhnen und lernen, Ihre

Zeit wie Geld zu investieren[1]

Wenn Sie dies tun, werden Sie schliesslich genug Zeit dafür haben, was Ihnen wirklich wichtig ist.

Wenn man seine Zeit wie Geld investiert, dann stellt man fest, dass Peter Drucker oben Recht hat. Geld, das man nicht hat, kann man nicht investieren (Regierungen sind da die Ausnahme). Als erstes gilt es, die Zeitschulden abzubauen. Man kann nur die 1.440 Minuten des Tages investieren. Wissen Sie wie lange eine Minute ist? Es braucht ein ausgeglichenes Zeit-Budget. Zeit will investiert werden, so dass sie jetzt für Sie arbeitet und Sie unterstützt, Ihre gewünschtes ideales Ziel zu erreichen.

Sich mit einer idealen Zeitzuweisung zu arrangieren, ist für manche ein radikaler Schritt. Aber nur auf den ersten Blick. Es braucht nicht viel, es ist eine Einstellungssache. Ihre Betrachtungsweise, Ihre Entscheidungen und Ihre Gewohnheiten sind ursächlich verantwortlich, ob Sie in Ihrer Entwicklung auf der Stelle treten – oder sich bewusst nach vorne bewegen und entscheiden, Ihr bestes Leben zu leben.

Wenn ich mit Kunden und deren Produktivität arbeite, dann entdecke ich regelmässig, dass eine Miss-Diagnose vorliegt – auf zwei Arten: Kaum jemand hat ein Produktivität- oder Zeitmanagement Problem. Die zwei wahren Probleme sind, sich über-zu-engagieren und keine Zeitfenster zu haben, in denen konzentriert gearbeitet werden kann. In wie vielen Stunden konnten Sie letzte Woche ohne unterbrochen zu werden arbeiten? Wie oft fühlten Sie sich letzte Woche wirklich im „Flow“?

Der wichtigste Faktor, beim Zeit wie Geld investieren ist, zu erkennen, inwieweit Ihr Zeitinvestment zum gewünschten Ergebnis passt. Ist es ein ausgeglichenes Budget? Meist sind wir dabei von zu viel Optimismus geprägt. Auf wie vielen Hochzeiten tanzen Sie im Schnitt gleichzeitig? Man kann das auch „Multi-Tasking“ nennen.

Die Gleichung

Es ist einfach und doch nicht leicht. Der Erfolg beim „Zeit investieren wie Geld“ sieht in der Gleichung so aus:

(Externe Verpflichtungen) + (interne Verpflichtungen) (24 Stunden) – (Ich-Zeit)

Dagegen Zeitschulden-Stress:

(Externe Verpflichtungen) + (interne Verpflichtungen) > (24 Stunden) – (Ich-Zeit)

Auf der rechten Seiten der Gleichung befindet sich eine Konstante. Es sind, da kann sich Einstein im Grabe wälzen, pro Tag 24 Stunden – fertig. In diesem Beispiel ist die Zeit, um sich selbst zu kümmern „Ich-Zeit“ ein Minimumansatz; nämlich Dinge, die notwendig sind und regelmässig stattfinden: schlafen, essen, und Hygiene, wie duschen, Zähne putzen etc. Als Beispiel, sieben Stunden schlafen, eine Stunde essen, Zähne flossen und ähnliches addieren sich auf und schon sind zehn Stunden investiert. Das sind die Fix-Investments jeden Tag. Erstellen Sie sich eine Liste Ihrer täglichen „Fix-Investments“ und sie haben Ihr tägliches Zeit-Budget – in meinem Beispiel:

(24 Stunden) – (10 Stunden) = 14 Stunden (Zeit-Budget).

Nun können Sie die externen und internen Verpflichtungen dem täglichen Zeit-Budget zuordnen. Zu extern gehören: Arbeit, Pendelzeit, Beziehungen, Weiterbildung, Hausaufgaben, wiederkehrende Meetings und so weiter.

Intern: Sport, Besorgungen, Entspannung, soziale Aktivitäten, persönliche Weiterentwicklung und Projekte, Hobbies, Reisen, Finanzen, Netflix, Meditation und so weiter.

Aus dem Beispiel bleiben mir also pro Woche 98 Stunden als Zeit-Budget, um die externen und internen Bedürfnisse zu befriedigen.

Nun, betrachten Sie Ihre Verpflichtungen (in- und extern) und vervollständigen Sie Ihre Formel:

(Externe Verpflichtungen) + (interne Verpflichtungen)  ____  (Zeit-Budget)

Was fügen Sie ein? „>“, „<“ oder „=“ Zeichen.

Für die meisten Menschen gilt hier die erste der drei Optionen – das grösser als Zeichen – weil wir häufig mehr Verpflichtungen akzeptieren, als wir realistisch erfüllen können. Dies führt zu Schuldgefühlen und Stress – und nichts wird wirklich (zufriedenstellend) erledigt.

Wenn sich „>“ in Ihrer Formel findet, dann sind Budgetkürzungen angesagt. Zuvor müssen jedoch die Prioritäten festgelegt werden, denn die Kürzungen wollen wir nur bei den weniger wichtigen Dingen vornehmen. Meine Reihenfolge:

Spirituelles Leben ⇒ Beziehungen ⇒ Business ⇒ Wellness ⇒ Zuhause ⇒ Freizeit

Die Ihre mag ähnlich – oder völlig anders aussehen:

Wellness ⇒ Business ⇒ Freizeit ⇒ Hobby ⇒ Ehrenämter

Definieren Sie für sich Ihre Kategorien, das gibt es kein richtig oder falsch. Es geht um Ihr Leben, und da wissen Sie genau, was für Sie wichtig ist. Den Kategorien können dann Aktivitäten zugeordnet werden und diese Aktivitäten können dann geplant und umgesetzt werden. Und jene, die weniger wichtig sind, finden sich in der Kategorie „Investitionskürzungen“…

Filter helfen hier und vereinfachen es: „Ja“, „Nein“, oder „Nicht jetzt“ werden bewusst eingesetzt, wenn Neues auftaucht. In der Umsetzung, nach dem Meta-Level kommt der richtige Spass – und immer hat man die Wahl für jegliche Aufgabe:

⇒ Löschen:

Nur weil man dachte oder jemand anderes denkt, es müsse erledigt werden, bedeutet noch lange nicht, dass es getan werden muss. Es gibt Dinge, die wären schön, müssen aber nicht sein.

⇒ Delegieren:

Wenn es jemand anderes auch erledigen kann, Sie zu wenig Zeit haben, dann ist die Verantwortung abgeben die Königsfähigkeit des Erfolgreichen.

⇒ Schieben:

„Nicht jetzt“ bedeutet nicht „niemals“. Wenn Sie etwas möchten, aktuell aber Ressourcen (investierbare Zeit) fehlen, hält Sie nichts davon ab, sich die Sache zu einem anderen Zeitpunkt erneut als Investitions-Option zu betrachten.

ROI – Return on Investment

Wie beim Geld kommt es auch bei der Zeit auf den Ertrag an – und warum sollte ich Zeit investieren für Dinge, die mir gar nicht wichtig sind. Zeit will gut investiert werden.

„Manche Menschen haben diesen unbewussten Drang, mehr in ihre Karriere als in ihre Familien und Freunde zu investieren – obwohl wir wissen, dass gerade intime und liebevolle Beziehungen die mächtigste und nachhaltigste Ursache für glückliches Leben und Zufriedenheit sind. Betrachtet man das Leben durch diese Linse, dann entdeckt man ein ernüchterndes Muster: Je mehr sich die Menschen entwickeln, umso weniger ordnen sie Ressourcen jenen Dingen zu, von denen sie früher glaubten, dass sie die Wichtigsten waren.“[2]

Ihre Zeit ist Ihr Leben. Investieren Sie mit Weisheit.

„Der Unterschied zwischen dem was Du bist und dem,
wer Du sein möchtest, ist das was Du tust.“

(unbekannt)

[1] Elisabeth Grace Saunders, How to Invest Your Time Like Money

[2] Clayton Christensen, How Will You Measure Your Life?

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