Deep Work

Cal Newports Buch Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen hat mich beeindruckt. Ich dachte, viele gute Ideen, konnte das Buch kaum aus der Hand legen und nahm an, dass der gute Cal über viel Lebenserfahrung verfügen, also schon so mein Alter haben müsste – und so war mein Interesse an ihm geweckt.

Cal Newport ist hauptberuflich Professor an der Georgetown University, lehrt und trifft sich mit Studenten.

⇒ Er veröffentlicht 6 (oder mehr) akademische Artikel pro Jahr.

⇒ Er ist der Autor von 5 Büchern.

⇒ Er ist verheiratet mit Kind und

⇒ Er schreibt regelmässig auf seinem Blog.

Cal Newport (*1982)

Und, wie in einem Interview erklärt, beendet er seinen Arbeitstag jeden Tag um 17.30 Uhr und arbeitet sehr, sehr selten am Wochenende.

Wir alle wollen unsere Faulheit reduzieren und mehr erledigen und wenn das für Sie auch zutrifft, interessieren Sie die folgenden 5 Tipps, die ich aus der englischen Ausgabe des Buches „Deep Work“ für Sie zusammengefasst habe.

To-Do Listen sind tödlich. Lieber alles terminieren.

To-Do Listen sind nur der erste Schritt. Wenn man der Aufgabe eine Zeit zuordnet (im Kalender einträgt), wird man sich um den Zeitbedarf, der benötigt wird, klar und man erfüllt die Aufgaben dann, wenn man in Tages-Bestform für die geplante Aktivität ist. Aber ich höre schon was Sie denken: „Wäre schön, aber ich werde immer unterbrochen, Dinge kommen plötzlich aus dem Nichts auf mich zu und müssen erledigt werden.“

Perfekt, lassen Sie uns das mit einplanen – denn ohne Plan wird Zeit einfacher verschwendet. Einen Zeitpunkt für die Aufgabe festgelegt zu haben, reduziert auch die Aufschieberitis; es geht nicht mehr darum ob, sondern wann etwas erledigt wird.

Dazu gehört auch die Freizeit, respektive was in der Freizeit erledigt werden soll.

Ok, die To-Do Listen sind nur noch Notizen, um nichts zu vergessen, aber wie priorisieren, sodass man nicht ewig arbeitet?

Entscheiden, die Arbeit um 17.30 Uhr zu beenden und von 17.30 Uhr rückwärts planen.

Arbeit macht sich überall breit und wenn wir ihr 24/7 zuordnen – was glauben Sie was passiert? Man braucht Grenzen, um Work/Life in den Griff zu bekommen. Von 17.30 Uhr rückwärts planen kann die Kontrolle über den Tag vereinfachen. Research bestätigt, Kontrolle auszuüben reduziert das Risiko des Burn-out. Cal nennt das die “fixierte Produktivitäts-Planung“ (fixed schedule productivity):

„Den Tagesablauf fixieren, Zeitintervalle für bestimmte Aktionen festlegen, die Mitarbeiter können zwischen 14.00 und 16.00 Uhr unterbrechen, ohne Rücksicht auf Verluste, all‘ die unnützen Aufgaben eliminieren oder delegieren, schwer erreichbar sein, Phone auf Flugmodus etc..

Einen Plan für die Woche haben.

Vorwärts kommen ist ungleich schwieriger, wenn man nur an heute und nicht an morgen und den Rest der Woche denkt. Wie schreibt man Bücher, kreiert Research Papiere und ist ein guter Vater? Mit einem Wochenplan, so Cal:

„Menschen betrachten nicht das grosse Bild, wenn sie über ihre Zeit und Zeitpläne entscheiden. Ich weiss jeden Tag, was ich in jeder Stunde des Tages tun werde. Ich weiss jede Woche, was ich jeden Tag tun werde und ich weiss jeden Monat, was ich jede Woche tun werde.

Jeden Montag plane ich meine Woche, das dauert etwa eine Stunde. Ich checke meine In-box, sehe meine unerledigten Aufgaben, gehe über meinen Kalender und versuche dann, das jeweils beste aus jedem Tag zu machen. Wenn erledigt, schreibe ich mir eine E-Mail, sende sie mir und lasse sie in meiner In-box, wohlwissend, dass ich sie damit häufiger sehe und an meinen Plan erinnert werde.“

Tue wenig, aber sei genial in dem was du tust.

Vielleicht denken Sie: „Aber, Moment, ich habe einfach zu viele Dinge zu erledigen. Das geht nicht mit weniger Zeitaufwand.“

Und Cal schreibt, das kann schon sein, aber nur deshalb, weil sie zu wenig oft Nein sagen. Nicht alles ist wirklich wichtig. Frage dich, „Was kreiert und schafft mir wirklichen Nutzen für mein Leben?“ und eliminiere so viel wie möglich. Du fühlst, dass du zu wenig Zeit hast, meistens weil deine Zeit sich in zu viele Fragmente aufteilt, die als kleine Aufgaben in den Weg geworfen werden und die alle Energie und Zeit kosten.

So, haben wir also geplant und alles festgelegt, bleibt nur noch die Frage: „Und was tun wir dann genau?“

Weniger seichte Arbeit, Konzentration auf das Wesentliche und Wichtige (Deep Work)

Nicht alle Arbeit ist gleich. Cal meint, jeder Wissensarbeiter (knowledge worker) hat es mit zwei verschiedenen Aufgaben zu tun, den seichten und den tiefen. Seicht sind E-Mails, Meetings und Informationsverteilung. Das sind Tätigkeiten, die nicht wirklich Talent brauchen. Tiefe Arbeit bringt dich an die Grenzen deiner Fähigkeiten. Sie produzieren hochwertige Ergebnisse und verbessern deine Fähigkeiten. Und das Problem, die meisten von uns ersaufen in der Seichtigkeit. Menschen die mit ihrer Arbeit nie fertig werden, bringen weniger zustande, als jene die jeden Tag um 17.30 Uhr die Löffel fallen lassen. Der Grund, dass sie Tag und Nacht und am Wochenende arbeiten müssen ist, weil sie ihr Leben mit zu vielen seichten Dingen vollgeladen haben. Sie reagieren fast nur noch, verteilen oder konsumieren Information und sind menschliche Kommunikations-Router. Dies alles ist sehr zeitaufwändig und hat wenig wirklichen Wert.

Termine, planen und auf Deep Work zu konzentrieren klingt kalt und nüchtern, aber die Ergebnisse sind weit davon entfernt. Man ist weniger gestresst, in der Lage mehr Zeit für Familie und Freunde zu finden und es lässt Dinge produzieren, auf die man stolz sein kann.

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Über Gewohnheiten und Denkmuster reflektieren…

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