Rückwärts füttern

Alles, was sie hier sehen verdanke ich Spaghetti.

Sophia Loren

Die Headline ist uns besser als Feedback bekannt. Offiziell lieben wir Feedback, nicht nur weil es zum guten Ton gehört, sondern auch, weil wir es benötigen, um uns weiter zu entwickeln. Lernen funktioniert am Besten mit direktem Feedback. Ohne Feedback läuft gar nichts – und trotzdem – wir hassen es (es gibt Ausnahmen). Unser Gegenüber, um es abzuschwächen, bietet uns sogar „konstruktives Feedback“ (ist das ein Ingenieur?) an. Wir machen gute Miene zum bösen Spiel, unser Magen ist nahe am rückwärts frühstücken, was soll’s – Augen zu und durch! Wie man (besser) mit Kritik umgeht lesen Sie hier.

Vorwärts füttern – „Feedforward“ habe ich von Marshall Goldsmith gelernt.

Exkurs:

Wir lieben es, Ratschläge zu verteilen. Zum einen, weil wir damit dem anderen klar machen, dass wir etwas zum Thema zu sagen haben, dass wir es ‚besser‘ wissen und uns damit über den anderen erheben – aber nicht nur: Wir wollen auch Gutes tun und unsere Intention ist nur, beizutragen, zu unterstützen und Wert anzubieten. Wir wollen das Beste für das Gegenüber. Und trotzdem, im Wort „Ratschlag“ versteckt sich „schlagen“? Oscar Wilde hat es auf den Punkt gebracht:

Einen guten Rat gebe ich immer weiter. Es ist das einzige, was man damit machen kann.

Mir gefällt die Originalfassung besser: „I always pass on good advice. It is the only thing to do with it. It is never of any use to oneself”. Ende Exkurs:

Ratschlag, Fingerzeig, Tipp, Hinweis, Anregung, Vorschlag (schon wieder schlagen), Wink, Empfehlung, Angebot, Gedanke, Rat, Ansinnen, Ausweg, Offerte, Empfehlung, Hilfestellung, Zeichen und Anspielung sind per se nicht schlecht – aber, Feedback mögen wir nicht!

Probieren Sie Feedforward aus…

Direkt:

Wählen Sie jemanden aus, dessen Meinung Sie schätzen und fragen: „Du, ich möchte ein besserer Zuhörer (fügen Sie ein, was Ihnen wichtig ist…) werden – kannst Du mir bitte zwei Tipps geben, wie ich das erreichen könnte?“ Er/sie gibt Ihnen Feedforward. Sie bedanken sich und entscheiden dann, wie beim Feedback, was Sie daraus machen.

Team:

Sie geben dem Team fünf Minuten. Jeder spricht einen an und fragt: „Mein Name ist Y, ich möchte besser in X werden. Kannst du/können Sie mir zwei Tipps geben, wie ich das erreichen könnte?“ Hört zu, bedankt sich und dann spricht er/sie den nächsten an. Nach fünf Minuten hat er/sie mehr als 10 Impulse und entscheidet dann, wie beim Feedback, was er/sie daraus macht.

SMSS:

Ich möchte meinen sonntäglichen Newsletter verbessern und die Anzahl meiner Abonnenten erhöhen, haben Sie drei (cheeky oder?) Tipps für mich, wie ich das erreichen könnte? Stimmt, jetzt ist an der Zeit „Antworten“ zu klicken und auf diese E-Mail zu antworten…

Partner:

Hey Liebling, ich möchte ein(e) bessere(r) Partner(in) für dich sein, hast du zwei Tipps für mich, wie ich das erreichen kann? – und dann schweigen und warten, zuhören und bedanken. Hier ist jeglicher Kommentar, wie bei jeden Feedback und Feedforward falsch am Platz.

Sie holen sich Feedback durch Feedforward, ohne dass das Gegenüber sich im Konflikt fühlt – und Sie auch nicht. Es ist Ihre Freiheit, was Sie daraus machen, es bleibt und ist Ihre Sache – aber lassen Sie mich wissen, öffnet das nicht Türen? Und…

Oft sagt ein Feedback mehr über den, der es gibt, als über den, der es bekommt.

Peter Becker

…aber, ein Feedforward kann uns, in unserer persönlichen Entwicklung, nur wachsen lassen.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

Erich Honecker (der Spruch an sich ist gut, meint Ihr Autor.)*

*) und meine Wertschätzung an den Sonderzug nach Pankow und dem Oberindianer(Udo)….basierend auf Glenn Miller

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