Sub-Zero

«Cool» (aus dem Englischen: kühl, kalt; Substantiv: Coolness) ist ein im Deutschen ursprünglich jugendsprachlicher Anglizismus, der in die Umgangssprache eingegangen ist. Im Netzjargon wird es manchmal «KWL» geschrieben. Und «KWL» steht auch für kontrollierte Wohnraumlüftung.

Was die Welt im Innersten zusammenhält, ist in Wahrheit das Cool-Sein. Die wildwuchernde Bedeutungsvielfalt des Wortes «cool» werde ich nicht erörtern, sondern mich heute der Steigerung im Sinne des Superlativs «sub-zero» (<0) widmen.

Druck

Dass wir über eine innere pneumatische Kompetenz verfügen, habe ich bereits hier erörtert. Wie fühlst du dich unter Druck?

Eingeengt oder panisch? Erstarrt, handlungsunfähig oder unerschütterlich und cool, selbst dann, wenn du eine Bombe entschärfen sollst?

Sich vorzustellen, unter Druck zu sein, ist nicht so einfach. Aber wenn man ihn hat, dann liess man den Druck am häufigsten in drei Arten entstehen:

Zukunfts-Druck fühlen wir dann, wenn wir vor einer Prüfung stehen oder eine Präsentation halten sollen. Es geht um etwas, was wir in der Zukunft erledigen sollen und weil wir uns nicht blamieren (u.a.) wollen, machen wir uns schon heute Druck.

Zufalls-Druck entsteht durch Schockereignisse, wie zum Beispiel Unfälle, medizinische Notfälle oder gar durch Tod.

Langsam-brennender-Druck, auch Stress genannt, erleben wir vielleicht in einem Hochdruckjob, wenn wir gleichzeitig auf drei Hochzeiten tanzen oder, sagen wir, es mit einer globalen Pandemie zu tun haben.

Das Problem mit den Drucksituationen ist, dass sie gerne einen Angstschalter umlegen, der uns entweder in den Flucht-, Kampf- oder Einfriermodus drängt. Das Gehirn füllt sich mit aufdringlichen Gedanken, die es uns schwer machen, klar zu denken, geschweige denn die jeweilige Situation, also den Druck, mit Gelassenheit anzugehen oder cooler als cool, also sub-zero, zu sein.

Du bist mutiger, als du glaubst, stärker als es scheint, und klüger, als du denkst.

Winnie Puuh

Druck ablassen oder abblasen

Die schlechteste Art, Druck abzulassen kannst du jeden Abend im Fernseher lernen. Da wird das Whiskey Glas an die Wand gefeuert, der Tisch durchs Zimmer gewirbelt, es wird geflucht, geschrien und die Fäuste werden auf den Tisch gehauen. Je häufiger man diesen Scheiss sieht, umso mehr glaubt man, dass dies die richtige Art sei, um Dampf abzulassen (Let off some steam, Bennett).

Manche Menschen sind aufgrund einer Kombination aus Genetik, ihrem angeborenen Temperament oder den Erfahrungen, die sie in ihrem Leben gemacht haben (nicht alle positiv), besser gegen Druck gewappnet.

Wir sind alle verschieden. Jemand, der gelernt und trainiert ist, eine Bombe zu entschärfen oder als Aussenseiter aus dem Nichts kommt und eine Goldmedaille gewinnt, ist vielleicht völlig inkompetent, wenn es darum geht, ein Abendessen für 6 Personen zu kreieren.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass jeder – auch diejenigen, die eine Neigung zu Angst haben – überraschend gut reagieren könnten, wenn sie wüssten wie. Und wir alle können trainieren, unter Druck «kühler» zu sein.

Und es lohnt sich, denn die Fähigkeit, Druck auszuhalten – und ihn durchzustehen – bringt enorme Vorteile. Es trägt dazu bei, das Beste von sich selbst zu zeigen, was, so denke ich, für jeden ein lohnendes Ziel ist.

Kein Druck, keine Diamanten

Thomas Clarlyle

10 Sub-Zero Eigenschaften

Du bleibst im Augenblick. Du bist voll präsent – Geist und Körper sind bereit – für das, was getan werden will.

Du reagierst nicht – du agierst. Du spürst deine Emotionen, aber du lässt dich nicht davon ablenken. Du bist in der Lage, situationsgerecht zu handeln und agierst deshalb auf hilfreiche und zieldienliche Weise.

Du erkennst sofort, was unter deiner Kontrolle liegt – und was nicht. Dann konzentrierst du dich auf das, was du tun oder beitragen kannst und überlässt die anderen Dinge entweder anderen oder gehst sie später an.

Du vermeidest die «Was wäre wenn»-Spirale. Es ist gut, eine potenzielle Bedrohung/Hürde einzuschätzen, aber die Frage nach dem «Was wäre wenn» kann dazu führen, dass man zu weit nach vorne springt und sich vor allem vorstellt, was schief gehen könnte, anstatt sich darauf zu konzentrieren, was hier und jetzt getan werden will.

Du wandelst den Druck um. Vielleicht nennst du ihn lieber «Aufregung», vielleicht siehst du den Druck als «große Chance», aber was auch immer du wählst, Druck ist für dich weder «groß» noch «hart», sondern ein Hinweis darauf, dass du etwas Positives unternehmen kannst. Du lässt die Luft raus, indem du dieses Gefühl des Drucks als eine positive Kraft wahrnimmst und nicht als etwas, das dich zu Fall bringen könnte.

Du folgst deinen Routinen. Topathleten verwenden alle Routinen in ihren Vorbereitungen, und sie kehren zu ihren «Prozessen» zurück, wenn die Dinge nicht funktionieren. Medizin, Notfallhelfer, Polizei und Piloten halten sich bei ihrer Arbeit an bestimmte Protokolle und Checklisten. Das hält dich auf Kurs und der Druck lässt nach.

Du identifizierst dich mit deinem besten Ich. Du bist zu mehr fähig als du glaubst. Dein Standard ist, dir selbst zu sagen: «Ich kann das», auch wenn die Situation zu Beginn überwältigend erscheint.

Du erinnerst dich an jene Zeiten, in denen du früher Druck super verarbeitet hast – auch wenn es heute anders aussieht – es hilft dir, zu erkennen, dass du über die entsprechende Kompetenz verfügst.

Du bist anpassungsfähig. Wenn es niemanden gibt, der dich unterstützen kann und keine Checkliste passend ist, dann bist du trotzdem in der Lage, dich in aller Ruhe der neuen Situation anzupassen oder die Richtung zu ändern.

Du beobachtest dich. Das ist Goldstandard, denn der erste Schritt ist immer, sich selbst zu managen. Da hat man nicht nur immer eine Wahl, sondern man bestimmt für sich, was einem wichtig ist und was nicht. Das nennt man selbstbestimmt zu leben und die Verantwortung für sich zu übernehmen.

Fazit

Da du in der Vergangenheit schon oft erfolgreich mit Druck umgegangen bist ist ein Indiz dafür, dass du es kannst, also, dass die Kompetenzen in dir vorhanden sind. In der Hitze des Gefechst verstecken sich diese Kompetenzen gerne – können aber immer wieder aktiviert werden. Da sind sie ja.

0-5 der obigen Eigenschaften meint, dass man noch an sich arbeiten könnte. 5-8 ist cool und >8 ist Sub-Zero.

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