Afternoon Tea
Liebe Zeitreisende,
kennst du die Geschichte der Kintsugi-Kunst?
Wenn in Japan eine kostbare Teetasse zerbricht, wirft man sie nicht weg.
Stattdessen werden die Scherben mit Goldlack wieder zusammengefügt.
Das Ergebnis?
Eine Tasse, die durch ihre „Narben“ noch schöner und wertvoller ist als vorher.
Warum erzähle ich das? Weil diese Teetasse etwas Wesentliches verstanden hat, was uns oft so schwer fällt:
Sie existiert ganz im Jetzt.
Sie trauert nicht um ihren unversehrten Zustand.
Sie macht sich keine Sorgen, ob sie morgen wieder zerbrechen könnte.
Sie ist einfach ein goldener, gegenwärtiger Kelch.
Mark Aurel, der Philosophenkaiser (und heimliche Zen-Meister des alten Roms), brachte es auf den Punkt:
„Nur die Gegenwart zählt. Was in der Vergangenheit oder Zukunft liegt, ist gleichgültig“.
Klingt einfach, oder? Aber schau mal kurz in deinen Kopf – wie viele Gedanken kreisen dort?
– Der peinliche Moment in der Besprechung letzte Woche (Vergangenheit).
– Die Präsentation, die du nächsten Monat halten musst (Zukunft)
– Was dein Kollege gestern gesagt hat (Vergangenheit)
– Deine Aufgabenliste für morgen (Zukunft)
Unsere Gedanken sind wie Zeitmaschinen – ständig unterwegs, selten im Hier und Jetzt.
Kleine Gedankeninventur für zwischendurch:
Nimm dir 30 Sekunden Zeit und zähle, wie viele deiner aktuellen Gedanken…
– sich auf die Vergangenheit beziehen (was war)
– auf die Zukunft gerichtet sind (was sein könnte)
– sich auf die Gegenwart beziehen (was JETZT ist)
Überrascht vom Ergebnis?
Mark Aurel würde sagen: Weder dein Körper noch dein Geist haben ein wirkliches Interesse an Vergangenheit oder Zukunft. Dein Körper kann nur im Jetzt existieren. Dein Verstand kann nur jetzt handeln.
Wie kommen wir also zum Jetzt zurück? Drei kleine Übungen:
1. Der 5-Sinne-Check:
Benenne…
– 5 Dinge, die du SIEHST
– 4 Dinge, die du HÖRST
– 3 Dinge, die du FÜHLST
– 2 Dinge, die du RIECHST
– 1 Sache, die du SCHMECKST
Glückwunsch – du bist jetzt im Jetzt!
2 Die Ein-Minuten-Atmung:
60 Sekunden lang nichts anderes tun, als deinen Atem zu beobachten.
Klingt einfach, ist es aber nicht!
3. Die Gegenwartsfrage:
Frage dich bei jeder Aufgabe: „Was verlangt diese Situation JETZT von mir?“
Nicht morgen, nicht gestern – jetzt.
Gedanke für den Tag:
„Die Vergangenheit existiert nur in unserer Erinnerung, die Zukunft nur in unserer Vorstellung. Das Einzige, was wir haben, ist das kostbare Jetzt“.
Wo sind deine Gedanken gerade? Wenn sie auf Reisen sind – bringe sie sanft zurück. Wie die Kintsugi-Teetasse kannst du deine „Bruchstellen“ mit Gold füllen – aber tue es im Hier und Jetzt.
Bis Freitag!
PS: Dieser Newsletter wurde im Jetzt geschrieben – und im Jetzt gelesen. Wenn das keine perfekte Synchronizität ist 😉 .