Bin ich ein Träumer?

Es gibt Lieder, die berühren und inspirieren.

Und man fragt sich:

„Woher wusste der Künstler, was ich fühle?“

Diese Erfahrung habe ich diese Woche wieder mit John Lennons zeitlosem „Imagine“ gemacht – ein Song, der vor über 50 Jahren (1971) das Licht der Welt erblickte und heute aktueller denn je erscheint.

„Imagine there’s no heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us, only sky…“

(Stell dir vor, es gibt keinen Himmel.
Es ist leicht, wenn du es versuchst
Keine Hölle unter uns
Über uns nur der Himmel…)

Was ist das Geheimnis dieses Liedes? Warum berührt es uns nach all den Jahren immer noch so tief?

Vielleicht, weil Lennon uns auffordert, etwas scheinbar Unmögliches zu tun:

Uns eine ganz andere Welt vorzustellen.

In einer Zeit, in der wir von Grenzen, Konflikten und materiellen Wünschen umgeben sind, fordert er uns auf, uns eine Welt ohne diese Begrenzungen vorzustellen:

„Imagine there’s no countries.
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too“.

(Stell dir vor, es gibt keine Länder.
Es ist nicht schwer zu tun
Nichts, wofür es sich zu töten oder zu sterben lohnt
Und auch keine Religion)

Ein radikaler Gedanke – und doch liegt seine Kraft in der Einfachheit:

„You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one…“

(Du magst sagen, ich sei ein Träumer.
Aber ich bin nicht der einzige…)

Kleine Übung für zwischendurch:

Nimm dir einen Moment Zeit und stelle dir vor:

– Was wäre, wenn du heute alle Grenzen in deinem Denken auflösen würdest?

– Welche selbst geschaffenen „Länder“ in deinem Kopf könntest du abschaffen?

– Welche „Besitztümer“ hältst du fest, die dich vielleicht mehr belasten als bereichern?

„Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man“

(Stell dir vor, es gäbe keine Besitztümer.
Ich frage mich, ob du es kannst
Keine Notwendigkeit für Gier oder Hunger
Eine Bruderschaft der Menschen)

Das Faszinierende an „Imagine“ ist nicht die utopische Vision, sondern die einfache Aufforderung:

Stell es dir vor.

Denn Veränderung beginnt immer mit der Vorstellung von etwas Neuem.

Lennon wusste, dass die meisten Menschen ihn für einen Träumer halten würden.

Er wusste aber auch, dass er nicht allein war.

Dass es viele gibt, die sich eine andere Welt vorstellen können – und dass diese gemeinsame Vision der erste Schritt zur Veränderung ist.

„I hope someday you’ll join us.
And the world will be as one.“

(Ich hoffe, eines Tages wirst du dich uns anschließen.
Und die Welt wird eins sein).

Gedanke für den Tag:

„Die Grenzen deiner Sprache sind die Grenzen deiner Welt.

Aber die Grenzen deiner Vorstellungskraft? Sie sind grenzenlos.“

Was stellst du dir heute vor?

Welche neuen Möglichkeiten erschaffst du in deinem Kopf?

Und vor allem:

Wann fängst du an, danach zu handeln?

Bis Freitag!

PS: John Lennon und Allen Saunders haben beide einmal gesagt: „Leben ist das, was passiert, während man eifrig dabei ist, andere Pläne zu machen“. Eine schöne Erinnerung daran, dass auch die größten Träumer im Hier und Jetzt verankert sein sollten 😉 .

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