Bist du ein Katastrophenjunkie
Hast du dich schon einmal gefragt, warum du ständig online bist?
In einer Welt, in der alles digital vernetzt ist, scheinen wir konstant auf der Suche nach dem neuesten Klatsch und Tratsch, den aktuellen Nachrichten oder einfach nur nach Ablenkung zu sein.
Aber was, wenn ich dir sage, dass unser Gehirn gar nicht für diese stete Reizüberflutung gemacht ist?
Ja, du hast richtig gelesen!
Junkies brauchen ihren Stoff.
Und es lässt sich sogar erklären.
Unsere Vorfahren mussten schnell auf Gefahren reagieren können, das war Alltag.
Was uns heute davon geblieben ist macht uns zu „Katastrophenjunkies“.
Dieses Bedürfnis nach dramatischen Geschichten wird von cleveren Algorithmen ausgenutzt, die unsere Aufmerksamkeit fesseln und uns immer weiter in den Kaninchenbau der sozialen Medien locken.
Ist das wirklich gut für dich?
Der überwiegende Teil unseres Gehirns hat sich in einer Zeit entwickelt, in der das schnelle Erkennen von Gefahren und Normverletzungen überlebenswichtig war.
Diese evolutionär erklärbare Verdrahtung in unseren Köpfen macht uns heute besonders anfällig für bedrohliche, stressige oder Angst einflößende Nachrichten.
Sie ziehen uns in ihren Bann, weil sie unser Bedürfnis nach Sicherheit und unser Bewusstsein für Glück gehabt zu haben, im Sinne, da geht es mir aber gut, ansprechen.
In der heutigen Welt, in der Milliarden von Menschen gleichzeitig leben, passiert statistisch gesehen immer irgendwo irgendetwas Schreckliches.
Früher gingen uns diese Ereignisse am A…. vorbei, weil wir es gar nicht mitkriegten.
Die Reichweite der Berichterstattung war mehr als begrenzt und die journalistischen Standards waren strenger.
Ereignisse, die weit entfernt stattfanden oder nur einen geringen Nachrichtenwert für das aktuelle Tagesgeschäft hatten, erreichten uns nicht.
Heute jedoch, in einem Zeitalter, in dem Algorithmen absichtlich darauf ausgelegt sind, unser Engagement zu maximieren, wird jede noch so kleine, ärgerliche Trivialität an die Spitze unseres Aufmerksamkeitsfeldes geschoben.
Dies führt dazu, dass wir einer ständigen Flut von Informationen ausgesetzt sind, die unsere Urinstinkte aktivieren und oft mehr Stress und Angst erzeugen, als sie es wert sind.
Um dem entgegenzuwirken, wäre es wichtig, unseren Online-Konsum bewusst zu regulieren.
Exkurs:
Die Vorwürfe gegen Facebook reichten bis zur Beihilfe zum Völkermord: August 2017 flohen 700’000 Angehörige der Rohingya-Minderheit aus Myanmar vor Gräueltaten des Militärs. Gegenwärtig sind mehrere Entschädigungsklagen hängig, die Facebook die Verantwortung für die aufgehetzte Stimmung in Myanmar und eine Mitverantwortung am Genozid vorwerfen.
Swissinfo.ch
Es geht darum, sich nicht unbewusst von der statistischen Gewissheit gefangen nehmen zu lassen, dass irgendwo auf der Welt Schreckliches passiert.
Es geht darum, sich dieser Mechanismen bewusst zu werden, als ersten Schritt, um eine gesündere Beziehung zur digitalen Welt aufzubauen und unsere psychische Gesundheit zu schützen.
Jetzt weißt du, dass es normal ist, von dramatischen Nachrichten angezogen zu werden – aber wie gehst du damit um?
Ist es nicht an der Zeit, deinen Online-Konsum bewusst zu steuern?
Beginne damit, die Benachrichtigungen auf deinem Smartphone zu reduzieren. Entscheide aktiv, wann und wie oft du deine Social-Media-Kanäle überprüfst.
Nicht nur, dass das Fake-News Angebot, vor allem jener, die sich gerade mit der Blondine vor dem Ferrari räkeln, mit der Realität des Lebens nichts zu tun hat …
Statt in jeder freien Minute zu scrollen, nimm dir bewusst Zeit für Offline-Aktivitäten, die dich erfüllen.
Sei es ein Spaziergang in der Natur, ein gutes Buch oder ein tiefgründiges Gespräch mit Freunden – all das hilft dir, dich zu erden und den Lärm der digitalen Welt zu reduzieren.
Bist du bereit, die Kontrolle zurückzugewinnen und dein Wohlbefinden zu steigern? Es ist deine Wahl!
Mach den ersten Schritt in ein bewussteres Leben – kontrolliere dein Leben, bevor es die anderen kontrollieren.