Lebensrezept Teil 1 (Stoa)

Früher war das mit den Rezepten so eine Sache. Wollte man Bacalhau kochen oder sich an ein Thai-Curry wagen? Schon stand man vor einem Berg von Kochbüchern – und manche Gerichte waren für Anfänger geeignet, andere nur für echte Küchenprofis.

Heute ist es einfacher: Rezepte sind nur einen Klick entfernt. Ein ähnliches Konzept gibt es auch für unser Leben: Lebensrezepte, um Herausforderungen zu meistern und Sinn zu finden.

In einer kleinen Serie möchte ich einige philosophische „Lebensrezepte“ vorstellen. Wir beginnen mit der Stoa, einer Lehre, die uns dazu inspiriert, ruhig und rational zu bleiben und unsere Energie auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vielleicht kannst du das eine oder andere davon in deinem Alltag umsetzen?

Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst

Eine zentrale Lehre der Stoiker, insbesondere von Epiktet, besagt, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf das richten sollen, was wir beeinflussen können. Der Rest? Darüber lohnt es sich nicht nachzudenken.

Die Hauptaufgabe im Leben besteht ganz einfach darin, zu erkennen, was man nicht kontrollieren kann, und sich auf die eigenen Entscheidungen zu konzentrieren.

– Epiktet

Du kennst diesen Gedanken vielleicht als Gelassenheitsgebet:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann…“.

Ein klarer Fokus auf das Kontrollierbare bringt gerade in stressigen Zeiten Ruhe und Klarheit.

Übung:
Schreibe Sachen auf, die dich gerade beschäftigen und teile sie in zwei Spalten auf: „Kann ich beeinflussen“ und „Kann ich nicht beeinflussen“. Alles, was du nicht beeinflussen kannst, kannst du loslassen – z.B. US Wahlen.

 

Erkenne deine Werte und lebe danach.

Die Stoiker betonen, dass unsere Entscheidungen von Werten geleitet sein sollten, die zu unserem inneren Kompass werden. Aber woher kommen diese Werte? Meist aus Erfahrungen und sozialen Einflüssen wie Familie, Freundeskreis oder Kultur.

Reflexionsfrage:
Was sind deine drei wichtigsten Werte im Leben? Ehrlichkeit? Mut? Einfühlungsvermögen? Oder was genau für dich? Wenn du deine Werte kennst, fällt es dir leichter, im Einklang mit dir selbst zu handeln.

 

Akzeptiere den Schmerz und meide das flüchtige Vergnügen.

Die Stoiker warnen uns vor dem kurzen Kick, der später oft bitter schmeckt. Statt immer nur dem Vergnügen nachzujagen, erfordert ein erfülltes Leben die Fähigkeit, auch Unannehmlichkeiten zu akzeptieren.

Sei es eine anstrengende Aufgabe oder eine schwierige Entscheidung – langfristig zahlt sich das oft aus.

Denkanstoß:
Gibt es eine Aufgabe, die du immer wieder aufschiebst, weil sie dir unangenehm ist, die dich aber letztlich deinem Ziel näher bringen würde? Vielleicht ist es an der Zeit, den ersten Schritt zu tun!

 

Memento Mori

– Vergiss nicht, dass du sterblich bist.

Klingt düster? Auf den ersten Blick vielleicht. Aber das Nachdenken über die eigene Sterblichkeit kann ein echtes Lebenselixier sein!

„Memento Mori“ erinnert uns daran, dass unsere Zeit begrenzt ist. Diese Erkenntnis kann uns helfen, unsere Prioritäten klarer zu sehen und unser Leben wirklich zu leben, statt nur die Erwartungen anderer zu erfüllen.

Lebe so, als ob du gleich Abschied nehmen müsstest.

– Marcus Aurelius

 

Reflexionsfrage:
Was würdest du ändern, wenn du wüsstest, dass deine Zeit begrenzt ist? Woran möchtest du dich am Ende deines Lebens erinnern?

 

Das ist meine Essenz der Stoa – und vielleicht entdeckst du eine Idee, die dich inspiriert.

Lebe bewusst und tue, was du beeinflussen kannst!

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